Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 26.04.2018


Standort Tirol

Innovationen an der Klinik kosten viel Geld

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Innsbruck – Was ist der Unterschied zwischen Tirol Kliniken und einem privatwirtschaftlichem Unternehmen? „Der Versorgungsauftrag“, erklärt deren Vorstandsdirektor Stefan Deflorian. Patienten könnten in den drei Krankenhäusern (Innsbruck, Hall, Hochzirl-Natters) nicht abgelehnt werden, und für Sonderklasse-Patienten (die ihre Operationen selbst bezahlen) gibt es pro Abteilung eine bestimmte Zahl an Betten.

Rabatt und Skonto gebe es nicht, es existiert jedoch ein pauschalierter Finanzierungsansatz basierend auf Leistung und Diagnose – und diese Summe werde über den Tiroler Gesundheitsfonds abgerechnet. Auf eine Diskussion, wer für Behandlungen möglicherweise doch bezahlen soll – der Mann mit dem Freizeitunfall oder die Frau mit dem Herzinfarkt wegen Übergewicht –, lässt sich Deflorian bei der Veranstaltung des Management Clubs gar nicht ein, es gibt ja den Versorgungsauftrag.

Das große Thema in der Gesundheitsversorgung bleibe vor allem das Geld, Innovation koste sehr viel, ­sowohl technische als auch medizinische. Krankheiten würden dadurch teuer „chronifiziert“. Geschäftsführer Deflorian wünscht sich deshalb schon verstärkte Aufklärung in der Schule über ungesunde Lebensweisen, Stress und Psycho­hygiene. Denn jene Krankheiten, die daraus später im Erwachsenenalter entstehen, seien teuer. (ver)