Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 28.04.2018


Standort Tirol

Jenbacher-Verkauf könnte GE Milliarden bringen

Für GE-Jenbacher gibt es zahlreiche Interessenten. Der Verkauf könnte dem US-Konzern General Electric drei Milliarden Euro bescheren.

© Thomas BöhmGE-Jenbacher ist offenbar heiß begehrt am Markt.Foto: Böhm



Frankfurt, Jenbach, Fairfield – Der milliardenschwere Verkauf der General-Electric-Gasmotorensparte rund um die Tiroler Firma Jenbacher nimmt Finanzkreisen zufolge Fahrt auf. Der finnische Wettbewerber Wärtsila, der US-Konkurrent Cummins und mehrere Finanzinvestoren legten Offerte für den Hersteller von Gasmotoren und Blockheizkraftwerken, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen laut Reuters. Erst vor wenigen Tagen hatten Gerüchte über einen Einstieg von chinesischen und ägyptischen Investoren die Runde gemacht.

Der Verkauf könnte drei Milliarden Euro in die Kasse von GE spülen, heißt es in informierten Kreisen. Neben Wärtsila und Cummins sollen es die Finanzinvestoren Advent, Bain, CVC, KKR, B&C Holding in die zweite Runde geschafft haben. GE und die genannten Unternehmen lehnten eine Stellungnahme ab. GE hatte vorige Woche erklärt, eventuell könne man Mitte des Jahres einen Verkauf der Sparte für dezentrale Energieerzeugung bekannt geben, zu der neben Jenbacher auch Waukesha gehört. Die Sparte dürfte in diesem Jahr einen Betriebsgewinn (EBITDA) von 250 Mio. Euro erzielen. Beim Verkauf dürfte sie mit dem 12- bis 13-Fachen des EBITDA bewertet werden. Das GE-Werk in Tirol beschäftigt laut Eigenangaben 1600 Mitarbeiter.

GE-Chef John Flannery steht unter dem Druck von Investoren, für eine Wende bei dem stark diversifizierten Mischkonzern zu sorgen. Heuer sollen Veräußerungen bis zu 10 Mrd. Dollar in die Kassen von GE spülen. Der Betriebsrat hat erst kürzlich eine Einbindung in die Verkaufsgespräche gefordert, Betriebsratschef Roland Eitzinger meinte, der Betriebsrat stehe einem Verkauf neutral gegenüber, er verlangte aber die Möglichkeit einer Stellungnahme zur Best-Bieter-Vergabe. Offenbar seien Verkaufsgespräche für kommende Woche geplant, heißt es vom Betriebsrat. (ver, APA)