Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 10.05.2018


Standort Tirol

Tiwag erhöht den Gewinn und GKI-Anteil

Über den eigenen Erwartungen lagen 2017 Umsatz und Gewinn beim Landes-Energieversorger Tiwag. Der Verbund wird beim GKI komplett ausgekauft.

© BöhmDie Tiwag rechnet wegen des bevorstehenden Endes der deutsch-österreichischen Stromzone mit einer Verteuerung.



Innsbruck – Die Tiwag konnte im Vorjahr den Umsatz leicht von 1,071 auf 1,099 Mrd. Euro steigern, das Konzernergebnis vor Steuern erhöhte sich von 69,3 auf 92,4 Mio. Euro. Die eigene Gewinnprognose von 66 Mio. Euro wurde damit deutlich übertroffen. „Das gute Ergebnis trotz niedriger Strompreise und des schwierigen energiewirtschaftlichen Umfeldes ist dem Einsatz unserer Mitarbeiter zu danken“, betonen Vorstandschef Erich Entstrasser und Aufsichtsratsvorsitzender Reinhard Schretter. „Die Tiwag ist damit erneut das profitabelste Landesunternehmen und auf dem richtigen Weg, den Standort Tirol für die nächsten Generationen abzusichern und Tirol bis 2050 energieautonom zu machen“, sagt LH Günther Platter.

Im Vorjahr habe man die Investitionen für die Strom-, Gas- und Wärmeversorgung von zuletzt 209 auf 256,3 Mio. Euro nach oben geschraubt, wobei wieder ein sehr großer Teil der Tiroler Wirtschaft zugutegekommen sei, so Entstrasser. Sehr gut hätten sich die Beteiligungen Tigas, Tinetz und Achenseeschiffahrt entwickelt – und auch die Beteiligungen an den Energieanbietern Verbund (die 8,2 Prozent entsprechen 700 Mio. Euro Wert) am Verbund, an der oberösterreichischen Energie AG sowie den Innsbrucker Kommunalbetrieben (50 % minus eine Aktie).

Bei den Kraftwerksvorhaben sieht sich die Tiwag-Spitze auf Kurs. So erwarte man für die geplante Erweiterung der Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz noch heuer die finale Entscheidung durch den Verwaltungsgerichtshof, womit dann 2020 mit dem Bau gestartet werden könnte, betont Entstrasser. Fertig sein sollte das Projekt dann 2025. Bereits voll in Bau sind die Erweiterung des Kraftwerks Kirchbichl sowie das Gemeinschaftskraftwerk Inn (GKI) im Oberen Gericht. Die beiden Anlagen sollen jeweils 2020 ans Netz gehen und zusammen 470 Gigawattstunden Strom pro Jahr (Bedarf von 120.000 Haushalten) produzieren.

Unterdessen erhöht die Tiwag ihre Anteile am GKI weiter. Nachdem man 2014 bereits 40 Prozent von der Verbundgesellschaft übernommen und den eigenen Anteil auf 76 Prozent erhöht hatte, werden nun auch die restlichen 10 Prozent vom Verbund gekauft (Kosten unter 50 Mio. Euro). Die Tiwag hält damit künftig 86 Prozent, die restlichen 14 Prozent verbleiben weiterhin bei den Engadiner Kraftwerken.

Die schwierige Geologie macht den laufenden GKI-Kraftwerksbau laut Entstrasser indessen schwierig – und voraussichtlich noch teurer. Die Kostenschätzung war, wie berichtet, im Vorjahr bereits von 461 auf 534,5 Mio. Euro erhöht worden, bis Sommer sollen neue Gutachten vorliegen – dann wohl mit einer noch höheren Kostensumme.

Unklar ist laut Ent­strasser noch, wie sich die bevorstehende Trennung der deutsch-österreichischen Stromzone auswirken wird. Österreich habe zu wenig Strom und müsse daher importieren. „Damit wird es teurer, ich rechne mit plus 10 Prozent.“ Ob und wie sich das dann aber für Kunden auswirkt, sei aber offen.

Gute Nachricht für Fast-Bundesligaaufsteiger Wacker Innsbruck: Bei einem Aufstieg wird die Tiwag als Hauptsponsor die bisherige Sponsorsumme an den Verein beibehalten. (va)




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