Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 12.05.2018


Bezirk Landeck

GKI-Management fasst neue Etappenziele ins Auge

In Ovella herrscht seit 2. Mai wieder Baustellenatmosphäre. Im Stollen Mariastein sind die beiden Riesenbohrer ab Ende Mai im Einsatz.

© WenzelNach der "Lawinen-Pause" sind Bagger und Lkw seit 2. Mai am Baulos Ovella wieder im Einsatz.



Von Helmut Wenzel

Prutz, Ovella – Lawinen und eine Flutung des Baustellengeländes durch den Inn heuer im Jänner bescherten den Bautrupps in Ovella (Engadin) eine unfreiwillige Pause – die TT berichtete. Seit 2. Mai laufen die Arbeiten wieder auf Hochtouren, wie GKI-Geschäftsführer Johann Herdina am Freitag schilderte.

Dass der Bauzeitplan damit durcheinandergeraten ist, muss das GKI-Management zur Kenntnis nehmen. Ende Juni werden die Zeitpläne und Etappenziele neu überarbeitet, sagte Herdina.

Die Schutzzäune oberhalb der Baustelle Ovella mussten repariert werden.
- Wenzel

Die für Mai geplante Umlegung des Inn müsse auf die nächste Niedrigwasserperiode im Oktober verschoben werden. Womit sich die Fertigstellung der Wehranlage um sechs Monate verzögern werde. Trotz alledem strebe man die Inbetriebnahme des Kraftwerks weiterhin Ende 2020 an. Nebenbedingung: „Störfaktoren“ wie in der Vergangenheit sollte es möglichst keine mehr geben.

23 Kilometer weiter nördlich, am Baulos Prutz, ist das Etappenziel hingegen fast geschafft: Die Turbinen könnten sich bereits bewegen, wenn das Wasserschloss am Ende des Stollens gefüllt wäre. Im Sommer steht nur noch die Errichtung der Grünanlagen rund um das Krafthaus auf dem Programm.

Auch beim Riesenbohrer "Magliadrun" waren Reparaturen nötig.
- Wenzel

Am Baulos Mariastein zwischen Tösens und Pfunds kämpfen die Mineure mit geologischen Verwerfungen. Zwar sind 42 Prozent des 21,4 Kilometer langen Triebwasserstollens fertig gestellt, doch in den vergangenen Wochen standen die beiden Riesenbohrer still. „Reparaturen standen an, die Schneideköpfe waren beschädigt“, weiß der Geschäftsführer. Ab Ende Mai würden beide wieder im Einsatz sein – der eine Richtung Prutz, der andere Richtung Wehranlage bei Ovella.

Ob die jüngsten Verzögerungen den 2017 genannten Kostenrahmen von 534,5 Mio. Euro sprengen, wollte Herdina vorerst nicht bestätigen. Rückschließend traf er die Feststellung: „Dieses Kostenvolumen werden wir jedenfalls nicht unterschreiten.“

Den Deal mit dem Verbund könne er nur begrüßen. Wie berichtet, übernimmt die Tiwag den zehnprozentigen Verbund-Anteil am GKI. „Damit haben wir 40 GWh mehr“, so Herdina. „Bei erneuerbarer Energie will Tirol ja autonom werden. Wir sehen das als Beitrag zu diesem Ziel.“