Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 16.05.2018


Bezirk Kitzbühel

Immobilienpreise im Bezirk Kitzbühel klettern weiter nach oben

In der Stadt Kitzbühel wurde erstmals die 5000-Euro-Marke überschritten, aber es gibt in der Region auch günstige Immobilien.

© Harald AngererKitzbühel und Umgebung gelten als teures Pflaster. Der neue Immoblick zeigt, dass das nur zum Teil stimmt.



Von Harald Angerer

Kitzbühel – Die Grundstückspreise im Bezirk Kitzbühel sind ein heißes Thema. Unglaubliche Zahlen werden bei Immobilienverkäufen genannt. Doch wie sieht es wirklich aus? Das wollte die Sparkasse Kitzbühel heuer wieder wissen und so wurde nach 2017 wieder der Immobilien-Experte Peter Berger von Berger Consulting mit dem „Immoblick Kitzbühel & Umgebung“ beauftragt.

„Wir leben im Hotspot des Immobiliengeschäfts und es gehen teils abenteuerliche Preise die Runde. Wir wollen als Finanzdienstleister den Überblick nicht verlieren“, sagt Sparkasse-Kitzbühel-Vorstand Franz Stöckl am Montagabend bei der Präsentation des neuen „Immoblick“. Man wolle die Entwicklung auf seriöser Basis bewerten. Um an solche seriösen Zahlen zu kommen, hat Berger mit seinem Team nur wirklich getätigte Verkäufe, seien es Grundstücke, Wohnungen im Erstbezug oder im Wiederverkauf oder auch Einfamilienhäuser, gewertet. Die Zahlen stammen von den Gemeinden und beziehen sich auf die verbücherten Kaufpreise.

Im Vorjahr wurde der „Immoblick Kitzbühel & Umgebung“ das erste Mal herausgegeben, mit Zahlen von 2013 bis 2016, nun sind auch die Werte aus 2017 miteingeflossen. Es gebe weiterhin einen klaren Trend, sagt Berger: So klettern die Preise im Bezirk weiterhin nach oben. Den größten Anteil am steigenden Preis hat dabei klar die Stadt Kitzbühel. Hier wurde 2017 bei Grundstücken erstmals die 5000-Euro-Marke überschritten. Nicht weniger als 5519 Euro pro Quadratmeter wurden dabei hingelegt. „Es handelt sich um ein etwa 1000 Quadratmeter großes Grundstück in Zentrumsnähe“, schildert Berger.

Damit liegt Kitzbühel bei den Grundstückspreisen klar an der Spitze. Gefolgt von Aurach mit 2493 Euro pro Quadratmeter bei einem Grundstück. Es gebe aber nicht nur diese Ausreißer nach oben, sondern auch solche nach unten. So wechselte das günstigste Grundstück in Kitzbühel-Stadt um 44 Euro pro Quadratmeter den Besitzer. Das günstigste Grundstück war 2017 in Fieberbrunn zu finden, mit 38 Euro pro Quadratmeter.

Fieberbrunn verbuchte generell einen enormen Anstieg bei Grundverkäufen, so wurden im Jahr 2017 nicht weniger als 27 Transaktionen verzeichnet, damit liegt der Ort bezirksweit an der Spitze. In Kitzbühel-Stadt wechselten lediglich elf Grundstücke den Besitzer zu einem Mittelwert von 2118 Euro pro Quadratmeter. Insgesamt wurden in Kitzbühel im Vorjahr 80 Immobilientransaktionen durchgeführt, im ganzen Bezirk waren es 593 Immobilien.

Bei den gesamten Verkäufen im Bezirk verbucht Berger einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Seit 2014 ist hier auch keine Steigerung mehr zu verzeichnen. Für den Immobilien-Experten Gerald Hubner ist das mit ein Grund für die hohen Preise. „Es gibt eine hohe Nachfrage, bei einem geringen Angebot und wenig Transaktionen“, erläutert Hubner. Dazu komme noch ein gewisser Promi-Faktor, der sich in Kitzbühel auswirke. Er ist deshalb überzeugt, dass die Preise auch weiterhin nach oben gehen werden.

Doch im Bezirk sind die Preise nicht so hoch, wie oft kolportiert, auch das zeigt der „Immoblick“ deutlich. Die Wunschvorstellungen der Verkäufer und die wirklichen Kaufpreise würden bezirksweit auseinanderklaffen, teilweise würde weit mehr als das Doppelte veranschlagt, als dann letztendlich bezahlt wird. So liegt der Durchschnittspreis aller Orte im Bezirk bei 481 Euro.

Auch dass es vor allem Ausländer sind, die im Bezirk kaufen, stimme nicht. Fast 64 Prozent der Käufer sind Österreicher, gut 30 Prozent Deutsche.




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