Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 16.05.2018


Exklusiv

Schretter baut Vils aus, Kirchbichl sperrt 2020

Mit Millionen-Investitionen will der Tiroler Baustoffhersteller sein Geschäft stärken. Das Werk in Kirchbichl soll schließen.

© SchretterDas Schretter-Werk in Vils wird mit einem 22-Millionen-Investitionsprogramm ausgebaut.



Vils – Der Tiroler Baustoffhersteller Schretter & Cie mit Hauptsitz in Vils will ein Jahr nach dem 50-Prozent-Einstieg der deutschen Schwenk Zement insbesondere die Sparte „Zement“ mit Millionen-Investitionen stärken. Die Gesellschafterfamilien Schretter und Schleicher haben jetzt ein Sonder-Investitionsprogramm im Umfang von mehr als 22 Mio. Euro verabschiedet, das laut Geschäftsführer Reinhard Schretter in den nächsten zwei Jahren umgesetzt werden soll. „Dies wird unsere Wettbewerbsfähigkeit noch weiter stärken.“

Das Investitionsprogramm umfasse vor allem umwelt- und verfahrenstechnische Projekte bei der Zementklinkerproduktion sowie die Erhöhung der Zementmahlkapazität am Standort Vils. „Nach Fertigstellung einer neuen energieeffizienten Zementmühle werden ab dem Jahr 2020 alle zementösen Bindemittel des Unternehmens, auch jene des Werkes Kirchbichl, in Vils hergestellt“, so Schretter. Das Mahlwerk in Kirchbichl werde dann nicht mehr weitergeführt, sondern zugesperrt. Schretter beschäftigt insgesamt 180 Mitarbeiter, davon 20 in Kirchbichl. Diese wurden bereits über das Aus des Werks im übernächsten Jahr informiert, entsprechende Sozialregelungen sollen fixiert werden, so Schretter.

Für die Weiterentwicklung des Werkes Vils wurde Manfred Pirker (37) als Technischer Leiter zusätzlich ins Führungsteam geholt. Der gebürtige Kärntner hatte das Zementwerk der Firma Schwenk in Namibia aufgebaut und war zuletzt dessen Werksleiter. (va)