Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 18.05.2018


Osttirol

Steiner tritt nach Ultimatum aus dem Wirtschaftsbund aus

© OblasserSilke Steiner muss nach Kritik an Landeschef Franz Hörl den Wirtschaftsbund verlassen.



Silke Steiner und der Tiroler Wirtschaftsbund gehen ab sofort getrennte Wege. Steiner trat am Donnerstag mit sofortiger Wirkung aus dem Wirtschaftsbund, einer Untergruppe der ÖVP, aus. VP-Parteimitglied will sie weiterhin bleiben.

Als Anlass nennt Steiner ein Ultimatum, das ihr die Tiroler Landesleitung am 15. Mai gestellt habe. Darin hab­e es geheißen, sie müsse bis heute Freitag als Obfrau des Wirtschaftsbundes Osttirol zurücktreten, andernfalls werde sie ausgeschlossen. „Es gibt einen Beschluss der Landes­gruppenleitung, laut dem Silke Steiner der Rücktritt nahegelegt wird", bestätigt Landessprecher Patrick Taxacher auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung. Die Rede ist von wirtschaftsbundschädigendem Verhalten Steiners, das diesen Beschluss verursacht habe. „Mehr gibt es dazu nicht zu sagen", schließt Taxacher.

Dabei hatte Steiner schon im April angekündigt, spätestens Ende Juni den Platz zu räumen. Sie wirft Landesobmann Franz Hörl öffentlich vor, die Bezirke auszuhungern, und rügt die mangelnde Zusammenarbeit. Atmosphär­e und Umgangston belasteten das Engagement von Einzelnen, beklagt die scheidende Obfrau.

Das Ultimatum der Landesführung erachtet Steiner übrigens als ungültig. „Ich wurde von der Landesleitung nicht zur Sitzung eingeladen und hatte demnach keine Möglichkeit, mich vor Ort zu den Vorwürfen zu äußern", erklärt sie. Aber es liege ihr fern, an der Spitze einer Organisation zu verweilen, in der sie nicht erwünscht sei. (co)