Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 24.05.2018


Standort Tirol

Raiffeisen Regionalbank Hall steigert Bilanz weiter

© DomanigSehen die Genossenschaftswerte „per se als Gegenentwurf zur Globalisierung“: die Raiffeisen-Vorstände Erich Plank und Peter Grassl.Foto: Domanig



Hall – Vor der 122. Generalversammlung der Raiffeisen Regionalbank Hall in Tirol, die heute Abend in Mils über die Bühne geht, ziehen die beiden Vorstände Peter Grassl und Erich Plank im TT-Gespräch sehr zufrieden Bilanz über das Wirtschaftsjahr 2017.

Die Bilanzsumme ist erneut deutlich gestiegen, um 35 Mio. Euro auf 384 Mio. Euro. Dieses Wachstum, so Plank, sei vor allem „Ausdruck des klassischen Geschäftsmodells“, die Einlagen der Kunden für Investitionen in der Region zur Verfügung zu stellen, es resultiere also besonders aus dem gesteigerten Ausleihungsbereich. Das gesamte Kundengeschäftsvolumen wuchs von 630 auf 693 Mio. Euro. Mit der ebenfalls gestiegenen Eigenmittelquote von 15,72 Prozent seien zugleich „alle regulatorischen Erfordernisse mehr als erfüllt“. Das starke Ergebnis habe man trotz der Rückerstattung von Negativzinsen in Höhe von rund 450.000 Euro erreicht, ergänzt Plank.

Das heurige Bankjahr steht ganz im Zeichen des 200. Geburtstages von Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Grassl sieht die Organisationsform der Genossenschaft – Miteigentum und Mitbestimmung der Mitglieder – „per se als Gegenentwurf zu Globalisierung und multinationalen Konzernen“. Gerade nach der Finanzkrise 2007/08 habe sich gezeigt, „wie robust das Genossenschaftsmodell ist“. Nun, „am möglichen Ende einer Hochkonjunktur“, sei der richtige Zeitpunkt, die „Raiffeisenwerte“ mit jungen Mitarbeitern modern weiterzuentwickeln.

Zu diesen Werten zähle neben Regionalität und Förderauftrag auch Gleichberechtigung: So habe man im Haus an einer vom Sozialministerium beauftragten Studie zum Thema „equal pay“ teilgenommen – und diese habe gezeigt, „dass es bei uns sogar leichte Vorteile zugunsten der Damen gibt“, so Grassl.

Das genossenschaftliche Geschäftsmodell zeichne sich aber auch durch seine Kommunikationskultur und das „Verständnis für Unternehmen“ aus, denen man „auf Augenhöhe“ begegne: „Denn wir sehen uns nicht als klassische Bank, sondern auch selbst als regionalen Mittelbetrieb.“

Das wirtschaftliche Umfeld im „Speckgürtel“ um Innsbruck bezeichnen die Vorstände als „ausgezeichnet“, die Stärke liege in der Diversität und der hohen Lebensqualität. Wermutstropfen seien aber die hohen Wohnkosten, das verspüre man auch im Bankgeschäft. Hier sei die Politik gefordert, „damit leistbares Wohnen nicht nur ein Schlagwort bleibt“. (md)