Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 24.05.2018


Bezirk Imst

Obstbauern hoffen auf reiche Ernte

Eine besonders starke Apfelblüte lässt heuer auf Rekorde hoffen. Allein in Haiming könnten 700 Tonnen Äpfel geerntet werden.

© WammesDie Haiminger Apfelanlagen waren heuer ein einziges vor allem vom Frost verschontes Blütenmeer, das reiche Ernte verspricht.Foto: Wammes



Von Alexander Paschinger

Haiming – Es ist eine gelöste Stimmung, die in Haiming herrscht. Die „Eismänner“ sind vorüber und heuer blieb man von einem Frosteinfall verschont. „Es ist schon eine deutliche Erleichterung spürbar“, sagt die Geschäftsführerin des Haiminger Obstlagers, Alexandra Harrasser. Immerhin stecken die letzten beiden Jahre den Obstbauern noch tief in den Knochen: Zweimal vernichteten Kalteinbrüche einen Großteil der Blüten. 2016 ernteten die Belieferer des Obstlagers (dazu gehören auch Betriebe in Stams, Inzing, Kematen und Osttirol) nur 700.000 Kilo Äpfel, im Vorjahr ging die Menge auf 500.000 Kilo zurück. „Heuer“, so die Geschäftsführerin, „könnte es die größte jemals geerntete Menge werden – 1,6 bis 1,8 Millionen Kilo.“

Der Obmann der Haiminger Markttage, Rudi Wammes, ist jedenfalls sehr optimistisch: „Es ist eine gute Ernte zu erwarten“, sagt er. Denn: „Es gab ein sehr gutes Blühwetter und die starke Blüte hat dazu geführt, dass jetzt schon viele kleine Äpfel auf den Bäumen hängen.“ Diese starke Blüte hängt übrigens mit den Frosteinbrüchen in den vergangenen zwei Jahren zusammen – die Bäume trieben deshalb heuer viel mehr Blüten als sonst.

Auf 21 Hektar Haiminger Apfelplantagen stehen übrigens mittlerweile rund 150.000 Bäume. Sechs Hektar davon mit 18.000 Bäumen sind als biologischer Landbau ausgewiesen. „Die Erntemenge in Haiming kann für heuer mit rund 700.000 Kilo eingeschätzt werden“, sagt Wammes. Allein der Biobereich sollte an die 100 Tonnen bringen.

Während der Kelch der Frostnächte an den elf Haiminger Genossenschaftsbauern vorübergegangen ist, bleiben freilich die Unsicherheiten rund um andere Wetterkapriolen. Vor allem das Thema Hagel ist im Obstbau ein sehr heikles. „Solche Tage mit Hitze und dann Gewitter sind gefährlich“, sagt Harrasser. Der Großteil der Haiminger Flächen – und vor allem die neuen – sind aber mit Hagelschutznetzen ausgerüstet.




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