Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 29.05.2018


Innsbruck-Land

Ausbau bei den Elferbahnen: „Ganz oder gar nicht“

Der neue Geschäftsführer am Elfer in Neustift freut sich über einen Rekordwinter. Er forciert nun ein Bahnprojekt auf die Elferhütte.

© TVB Stubai/SchönherrIm Wandergebiet rund um die Elferbahnen in Neustift wurden „Naturschauplätze“ geschaffen.Foto: TVB Stubai/Schönherr



Von Denise Daum

Neustift – Der traumhafte, schneereiche Winter machte es möglich: Die Elferbahnen in Neustift verzeichneten einen Rekordwinter und bilanzieren mit einem „deutlich positiven Betriebsergebnis“ – wie es Peter Danzl formuliert. Der Stubaier übernahm zu Beginn der Wintersaison den Betrieb, an dem der TVB Stubai und die Gemeinde Neustift gemeinsam 70 Prozent halten (die restlichen 30 Prozent teilen sich rund 130 Gesellschafter). 80.000 Gäste waren in der Wintersaison am Elfer, 85 Prozent davon Rodler. „Wir konnten den Umsatz im Vergleich zu den Vorjahren verdoppeln“, erklärt Danzl. Er führt den Erfolg nicht rein auf den schneereichen Winter zurück. „Wir haben mit Events und Marketing nachgeholfen.“

Das von seinem Vorgänger geplante Ausbauprojekt – den Bau eines Sessellifts von der ehemaligen Mittelstation bis zur Elferhütte oberhalb der Bergstation – wolle er in dieser Form nicht weiterverfolgen, sagt Danzl. „Das ist nicht mein Projekt.“ Für ihn gilt folgendes Prinzip: „Ganz oder gar nicht.“ Will heißen: „Entweder wir machen einen Optimal-Ausbau mit einer Verbindung von der Bergstation auf die Elferhütte oder wir lassen den Skibetrieb auf.“ Dazwischen gebe es nichts. „Das Stubaital hat sich als Top-Tourismusdestination meiner Meinung nach am Elfer ein ordentliches Projekt verdient“, sagt Danzl.

In welche Richtung es geht, müssten die Gesellschafter entscheiden. Der Aufsichtsrat wird im Juni neu gewählt. „Dann erst kann über größere Investitionen entschieden werden“, erklärt Danzl. Klar sei aber, dass es mit einer neuen Bahn auf die Elferhütte allein nicht getan ist. Am Berg müssten – in Einklang mit der Natur – Erlebnisräume geschaffen werden. Das Potenzial habe der Elfer jedenfalls.

Stubais TVB-Obmann Sepp Rettenbacher hört von der Idee zum ersten Mal. „Es gibt keinen Antrag zu einem neuen Projekt. Wenn es einen Entwurf dazu gibt, werden wir uns das natürlich ansehen.“ Grundsätzlich sei er für alles offen, was touristisch Sinn macht. „Klar ist aber auch, dass wir nichts machen werden, bei dem die Gemeinde Neustift nicht mitgeht“, schränkt Rettenbacher ein.

Neustifts Bürgermeister Peter Schönherr verweist auf den Aufsichtsrat, der sich nach der Neuwahl mit dieser Frage zu beschäftigen habe. „Und dann wird auch die Finanzierung zu klären sein“, sagt Schönherr.

Ein anderes, lang geplantes Bahnprojekt im Stubaital wird indes immer konkreter: die Anbindung von Neustift in das Skigebiet Schlick 2000 in Fulpmes. Martin Pittl, Vorstand der Schlick, präsentiert das Projekt dem Neustifter Gemeinderat bei seiner nächsten Sitzung. Dessen Zustimmung braucht es, weil die neue Seilbahn Gründe der Neustifter Gemeindegutsagrargemeinschaft überspannt.