Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 31.05.2018


Standort Tirol

Milch-Standards steigen, die Preise aber kaum

© Foto TT / Rudy De MoorBesuch im TT-Newsroom vor dem Weltmilchtag (von rechts): Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Hechenberger, Tirol-Milch-Obmann Stefan Lindner und Chefredakteur Alois Vahrner.Foto: De Moor



Tirols Agrarvertreter machen vor dem diesjährigen Weltmilchtag am Freitag auf die große Bedeutung aufmerksam: „Tirol braucht die Milch, weil es hier nicht nur um hervorragende regionale Lebensmittel geht, sondern weil die Milchwirtschaft auch für unsere Kulturlandschaft verantwortlich und zudem ein Motor für den Tourismus und die ländlichen Regionen ist", sagt LHStv. Josef Geisler.

100 Prozent der Tiroler Milch seien gänzlich ohne gentechnisch veränderte Organismen hergestellt, fast die Hälfte sei Heumilch und ein knappes Fünftel biologisch hergestellt und 14 Prozent Almmilch, betont Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Hechenberger. Dass heimische Produkte mit Waren der Agrarindustrie konkurrieren müssen, sei ebenso ein Problem wie die ständig steigenden Produktionsstandards bei leider kaum steigenden Preisen. Beim Tierwohl sollten die Konsumenten auch den heimischen Bauern vertrauen: Ausländische Massenbetriebe würden formal alle Vorschriften erfüllen, Tirole­r Kühe auf dem Almen vielleicht bald schon nicht mehr, ärgert sich Hechenberger.

In Tirol gibt es 20 Milchverarbeiter, die von den 4635 Milchbauern beliefert werden. Mit Abstand größte ist die Tirol Milch mit 240 Mitarbeitern und 230 Mio. Kilo Milch, die verarbeitet werden. Der Bauern-Milchpreis sei mit 34,40 Cent netto pro Kilo stabil, für Heumilch gebe es 52 Cent, so Tirol-Milch-Obmann Stefan Lindner. Der Butterpreis sei mit 6 Euro je Kilo (auch dank der Palmöl-Diskussionen) weiter sehr gut. (TT)