Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 01.06.2018


Exklusiv

Acht Wasserstoff-Züge kosten Zillertalbahn 80 Mio. Euro

Ab 2022 soll die Zillertalbahn als erste Schmalspurbahn der Welt mit Wasserstoff fahren.

© wikopreventk Ab Dezember 2022 fährt die Zillertalbahn als erste Schmalspurbahn der Welt mit Wasserstoff.Visualisierung: Innova



Jenbach — Ab 2022 soll die Zillertalbahn als erste Schmalspurbahn der Welt mit Wasserstoff fahren. Kürzlich konnte die erste Stufe des Vergabeverfahrens für die sechs Triebfahrzeuge mit Option auf zwei weitere abgeschlossen werden. In der ersten Stufe des Bieterverfahrens setzte sich Stadler Rail als einziger Teilnehmer durch. Der Liefervertrag soll im Herbst 2018 abgeschlossen werden. Das Investitionsvolumen für die Züge liegt bei rund 80 Mio. Euro.

In den kommenden Monaten werde die Firma Stadler intensiv an der Entwicklung des Prototypen arbeiten. „Den ersten Triebzug wird Stadler dann im ersten Quartal 2020 liefern. Dann startet der Probebetrieb“, erklärt Helmut Schreiner, Technischer Vorstand der Zillertalbahn. Damit könne das Unternehmen jährlich 80.000 Liter Diesel und über 2000 Tonnen CO2 einsparen. Zufrieden zeigt sich auch der Aufsichtsratsvorsitzende der Bahn, Franz Hörl: „Die neue Zillertalbahn wird einen wesentlichen Beitrag zur Zillertaler Verkehrszukunft leisten.“

2017 hat die Zillertalbahn 2,46 Mio. Fahrgäste befördert. „Im Vergleich zu 2016 waren das 26.000 Fahrgäste mehr“, bilanziert Wolfgang Stöhr, Kaufmännischer Vorstand. Zudem habe die Bahn seit 2012 ein Plus von 18,5 % eingefahren.

Stadler beschäftigt weltweit 7000 Mitarbeiter und setzt jährlich mehr als zwei Milliarden Schweizer Franken um. Das Schweizer Unternehmen produziert Highspeed-Züge, Intercity-Züge, Regio- und S-Bahnen, U-Bahnen und Straßenbahnen. (hu)