Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 02.06.2018


Exklusiv

Baugrund in Tirol in einem Jahr um fast 30 Prozent teurer

Innerhalb eines Jahres sind die ohnehin hohen Grundstückspreise in Tirol weiter explodiert. Auch Haus- und Wohnungspreise legten erneut stark zu.

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Wien, Innsbruck – Leistbares Wohnen gilt als eines der dringendsten Probleme in Tirol. Denn die Preisspirale bei Tiroler Immobilien dreht sich unaufhaltsam weiter. Neueste Zahlen der Statistik Austria zeigen: Grundstücke in Tirol sind alleine von 2016 auf 2017 im Schnitt um fast 30 Prozent teurer geworden. Konkret kostete ein Quadratmeter Baugrund im Jahr 2016 durchschnittlich 200 Euro (Medianwert, d. h. die Hälfte der verkauften Grundstücke lag darüber, die andere Hälfte darunter). Im Jahr 2017 zahlte man im Schnitt für den Quadratmeter Baugrund schon 257 Euro. In Vorarlberg kostet ein Quadratmeter Baugrund bereits 374 Euro, in Wien 676 Euro. „Neben der Bundeshauptstadt Wien sind vor allem die westlichen, alpinen Bundesländer von überdurchschnittlichen Immobilienpreisen geprägt. Besonders hohe Grundstückspreise wiesen Tourismusregionen sowie die dicht besiedelten Täler im Westen Österreichs auf“, teilt die Statistik Austria mit.

Die Preise von Häusern und Wohnungen zeigen regional ähnliche Muster wie die Baugrundstücke. Wer in Tirol ein Haus kaufte, zahlte 2016 im Schnitt noch 2345 Euro je Quadratmeter Wohnfläche, 2017 waren es bereits 2667 Euro – ein Plus von fast 14 % in einem Jahr. Auch die Preise von Eigentumswohnungen legten von 2016 auf 2017 zu, und zwar um fast 6 % auf 3045 Euro je Quadratmeter.

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Auch bundesweit stiegen 2017 die Preise für Immobilien deutlich. Der Preis für einen Quadratmeter eines Baugrundstückes zog 2017 im Mittel um fast 15 Prozent von 75 auf 86 Euro an, Häuser verteuerten sich um gut 8 Prozent von 1346 auf 1458 Euro/m2 Wohnfläche und Wohnungspreise stiegen um über 10 Prozent von 2552 auf 2812 Euro/m2.

Am kräftigsten fiel der Anstieg bei den Grundstückspreisen im Burgenland aus, allerdings – im Vergleich zu Tirol – von einem extrem niedrigen Niveau aus. Im Burgenland verteuerte sich ein Quadratmeter um 44 Prozent von 45 auf 65 Euro.

Bei den Häuserpreisen gab es außer in Tirol auch in Vorarlberg die größten Preissteigerungen. Am teuersten kommen Häuser in Wien mit 3750 Euro/m2 (plus 9,4 %) und Salzburg mit 3105 Euro/m2 (plus 13,4 %). Das Burgenland ist mit 797 Euro/m2 (plus 11,6 Prozent) am günstigsten.

Die Wohnungspreise verteuerten sich im Mittelwert in Niederösterreich am stärksten – nämlich um 17 Prozent von 1921 auf 2250 Euro/m2 Wohnfläche.

Die Grundstückswerte sind das zentrale Merkmal des Immobilienmarkts, dabei ist die Lage von wesentlicher Bedeutung, so die Statistik Austria. Besonders begehrte Lagen fanden sich im urbanen Raum und in Tourismuszentren. (mas, APA)