Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 09.06.2018


Bezirk Imst

Spatenstich in Obsteig: Bewährter Massiv- statt moderner Holzbau

Die Neue Heimat wollte ein Modellprojekt in Holz umsetzen, muss jetzt aber umplanen. Die Nachfrage in Obsteig ist ungebrochen.

© Parth



Obsteig – Am Mieminger Plateau, genauer gesagt in Obsteig Langgarten schafft die Neue Heimat Tirol (NHT) weiteren Wohnraum mit insgesamt 24 Mietwohnungen plus Tiefgarage. Am Donnerstag erfolgte der Spatenstich für den ersten Bauabschnitt mit 16 Wohneinheiten. Die Übergabe ist für den Sommer 2019 geplant. Ein weiterer Bauabschnitt mit 8 Wohnungen wird folgen. Insgesamt investiert die NHT am Standort rund 4,6 Mio. Euro. NHT-Geschäftsführer Hannes Gschwentner hat trotzdem eine kleine Träne im Knopfloch, muss er sich doch von der Idee eines hölzernen Wohnbaus vorerst verabschieden: „Wir haben uns gedacht, wir können hier in Obsteig mit unseren Projektpartnern einen wegweisenden Systembau in Holzbauweise umsetzen, der als Modell für künftige Wohnbauten in Tirol dient.“

Die gute Konjunktur sei hier zum Preistreiber geworden. „Leider ist es sich diesmal nicht ausgegangen. Stattdessen setzen wir in Obsteig auf unsere bewährte, massive Passivbauweise, welche wir mit heimischen Partnern umsetzen“, betont Gschwentner. Die Anlage entsteht in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Obsteig und dem Baurechtsgeber, den Österreichischen Bundesforsten. „Die Bundesforste wollen einen Beitrag für die Errichtung von leistbarem Wohnraum leisten und Grundflächen zur Verfügung stellen“, ergänzt Kurt Franz für die Österreichischen Bundesforste. Für BM Hermann Föger steht fest: „Angesichts der großen Nachfrage von Einheimischen ist dieses Wohnprojekt ein wichtiger Impuls für unsere Gemeinde, insbesondere für Familien, die nicht selber bauen können und wollen.“ (top)

Rückbau der „Ortsautobahn“ ist für Obsteig allein zu teuer

Am Rande des Spatenstichs für die NHT-Wohnanlage in Obsteig gewährte BM Hermann Föger der TT einen kurzen Einblick in den aktuellen Stand der Fernpassstrategie im Ort. „Das Land möchte eine Prioritätenliste haben. Diese Liste steht zwar in groben Zügen, doch gibt es dazu noch eine Arbeitssitzung und ich möchte sie noch dem Gemeinderat vorstellen und mir einen Beschluss von den Mandataren holen, bevor ich beim Land vorstellig werde“, bekräftigt BM Föger: „Und dann hoffe ich, dass wir bald Nägel mit Köpfen machen.“ Die Gemeinde Obsteig hätte für die Rückbaumaßnahmen nach Abzug der Förderungen noch immer zwischen 800.000 und einer Million Euro zu tragen. „Das ist für uns nicht zu stemmen, dann können wir das Projekt gleich wieder eingraben“, verweist Föger auf die leere Gemeindekassa. „Ich hoffe darauf, dass die fehlende Finanzierung durch andere Töpfe ausgeglichen werden kann. Ein Erstgespräch mit dem Landeshauptmann lässt darauf hoffen. Ansprechpartner hierfür sind LHStv. Josef Geisler und LR Johannes Tratter. Nach der Gemeinderatssitzung in zirka zwei Wochen werde ich mich um einen Termin beim Land bemühen“, verspricht der Bürgermeister, der sich nach längerer Krankheit wieder auf dem Weg der Besserung befindet. (top)




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