Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 16.06.2018


Bezirk Kufstein

Rattenberg auf dem Weg zur Seminarstadt

Die mittelalterliche Stadt soll ein Hotel bekommen. Die Straßenrad-WM soll zusätzliche Impulse für die Entwicklung bringen.

© Zwicknagl



Von Walter Zwicknagl

Rattenberg – Im Wunschkatalog der Rattenberger Gemeindeführung stand schon lange ein Hotel. Mehrmals wurde davon gesprochen, dass ein Business-Hotel eröffnet wird. Daraus geworden ist nichts. „Nun scheint es aber in Sachen Hotel ernst zu werden“, sagt Bürgermeister Bernhard Freiberger erfreut. Denn ein Unterländer erwarb den Gasthof Traube und den Gasthof Biener. Derzeit gebe es einen Architektenwettbewerb, bei dem die optimale Nutzung der beiden Häuser festgelegt werden soll. Und Freiberger denkt schon über eine Kombination mit den Räumen im Mesnerhaus und dem Malerwinkel nach. „Damit könnten wir uns als Seminarzentrum profilieren. Das ist eine völlig neue Perspektive“, meint der Rattenberger Gemeindechef. Auch eine Zusammenarbeit mit dem Congress Centrum Alpbach ist für ihn realistisch. Das Denkmalamt sei in die Pläne bereits eingebunden.

Als ein großes Plus sieht Freiberger, dass in Rattenberg Gehsteige weitgehend fehlen. Dadurch ergebe sich eine völlig neue Perspektive, und das Zentrum wirke wesentlich größer, ist der Bürgermeister überzeugt. Und zugleich habe man auch etliche Stolperfallen beseitigt. „Derzeit wird noch der Durchgang bei der Neuen Mittelschule gepflastert. Die Beleuchtung wird in den Boden verlegt, damit die Bögen zur Geltung kommen“, erklärt er bei einem Lokalaugenschein.

Zur großen Herausforderung wird für die kleine Stadt die Rad-WM im September. Radfahren sei aber auch im nächsten Jahr ein großes Thema. Laut Freiberger sehe man sich als Sportstadt. Derzeit entsteht am Westeingang der Stadt ein Mountainbike-Übungsgelände, ein so genannter „Skillpark“. Denn Rattenberg müsse auch für junge und sportliche Leute attraktiv sein.

„Wir brauchen aber dringend noch mehr Parkplätze. Erst kürzlich haben wir den alten Bauhof abgerissen und damit 100 zusätzliche Parkplätze gewonnen“, berichtet der Bürgermeister. Apropos Parken: Er bemühe sich um einen gangbaren Weg, nachdem bei diversen Veranstaltungen in der Vergangenheit bei Großmärkten parkende Autos „bezettelt“ wurden und eine Barabgabe oder eine Besitzstörungsklage die Alternative waren. „Das macht mir noch einiges Kopfzerbrechen“, sagt Freiberger. In einem längerfristigen Prozess sollen Parkplätze mit Schranken ein Thema sein. Aber darüber müssten sich noch Verkehrsexperten Gedanken machen.