Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 19.06.2018


Tirol

Rekorde bei Umsätzen und Jobs für Liebherr in Tirol

Die drei Standorte des Weltkonzerns Liebherr in Tirol verzeichneten 2017 teils kräftige Zuwächse. Der Personalstand stieg um 60 Personen an.

© Thomas BöhmDie Liebherr-Gruppe ist weiterhin einer der größten privaten Arbeitgeber in Tirol.



Von Alois Vahrner

Telfs, Lienz – Der Liebherr-Konzern mit Zentrale in Bulle in der Schweiz erzielte im Vorjahr ein Umsatzplus von 9,3 Prozent auf insgesamt fast 9,85 Mrd. Euro, den höchsten Umsatz seiner Geschichte. Ihr Jahresergebnis konnte die Firmengruppe um 33 Mio. Euro oder 11,1 Prozent auf insgesamt 331 Mio. Euro steigern. Der Personalstand der Gruppe wurde um fast 1600 auf knapp 44.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgestockt.

Seit gut vier Jahrzehnten (damals machten LH Eduard Wallnöfer und der Telfer Bürgermeister Helmut Kopp Firmengründer Hans Liebherr eine Ansiedlung schmackhaft) ist Liebherr auch stark in Tirol vertreten: 1976 wurde das Raupenwerk in Telfs eröffnet, 1980 folgte das Kühlgerätewerk in Lienz und schließlich 1985 das Interalpen-Hotel in Telfs-Buchen, das erste 5-Sterne-Superior-Haus Tirols, das mit 600 Betten bis heute das größte Hotel im Land ist.

Insgesamt haben die drei Tiroler Liebherr-Standorte im Vorjahr ein kräftiges Umsatzplus von 457,5 Mio. auf den neuen Höchststand von 487,2 Mio. Euro verzeichnet, wobei alle drei Gesellschaften Zuwächse meldeten. Der Personalstand wurde um über 60 auf 2215 Mitarbeiter erhöht, ebenfalls ein neuer Rekordwert. Liebherr ist damit auch einer der größten Arbeitgeber in Tirol.

Das Liebherr-Werk in Telfs hat den Umsatz um über 8 Prozent auf 201 Mio. Euro erhöhen können. Zu den Neuheiten des Unternehmens zählt laut Liebherr eine komplette Teleskoplader-Baureihe, die acht Modelle in 26 Ausführungsvarianten umfasse. Sie verfüge über eine überarbeitete Arbeitshydraulik, die den Anwendern eine höhere Leistung zur Verfügung stellt. Investitionen flossen u. a. in den Bau einer neuen Versandhalle und in eine Optimierung der Produktionsanlagen. So wurden zwei neue Montagelinien in Betrieb genommen. Der Personalstand stieg deutlich um 74 auf 634 Mitarbeiter an.

Dem international hohen Wettbewerbsdruck habe das Liebherr-Hausgerätewerk in Lienz erfolgreich trotzen können. Man habe Marktanteile dazugewonnen, der Umsatz stieg um 5,2 Prozent auf 262,5 Mio. Euro. Vor allem bei Gewerbegeräten seien Zuwächse erzielt worden. Seit dem vergangenen Jahr produziere man in Lienz fast 300 neue Modelle, darunter das Facelift der kompletten Einbaugeräte-Generation. Der Beschäftigtenstand blieb stabil bei 1319 Mitarbeitern. Auf der Messe IFA habe eine dort vorgestellte Lösung für das digitale Lebensmittelmanagement Aufsehen erregt. „Die zugehörige neue Liebherr-App steht seit September zum Download bereit.“ Die Investitionen wurden erhöht und flossen etwa in die Produktion von Truhenmänteln und in die Modernisierung der Lehrwerkstatt.

Das Interalpen-Hotel Tyrol erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von über 23,7 Mio. Euro und setzte damit seinen Wachstumskurs fort, betont der Liebherr-Konzern. Zum Jahresende beschäftigte das Unternehmen 302 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und sei damit leicht über dem Vorjahresniveau gelegen.