Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 21.06.2018


Bezirk Kufstein

Rad-WM bringt Verkehr und Musiklegende nach Kufstein

„Auto stehen lassen“ heißt es von 27. bis 30. September in Kufstein. Für Jubel abseits des Sports sollen Top-Acts auf der Festung sorgen.

© HrdinaStefan Pühringer (TVB Kufsteinerland), Peter Lindner (Lindner Music), Georg Spazier (CEO Innsbruck-Tirol Rad WM 2018 GmbH) und Thomas Ebner (Stadtmarketing Kufstein, v.l.) präsentieren die beiden Top-Acts.



Von Jasmine Hrdina

Kufstein – Es ist eine große Herausforderung, die mit der UCI Straßenrad-WM Ende September auf Kufstein zurollt. Die Region will sich von der besten Seite zeigen, schließlich werden (in ganz Tirol) 500.000 Zuschauer erwartet, an den Bildschirmen in 150 Ländern rechnen die Veranstalter mit einem 200-Millionen-Publikum. „Vier der wichtigsten Rennen starten in Kufstein“, meint Stadtmarketing-Chef Thomas Ebner stolz. „Wir wollen zeigen, dass wir das können und die Leute bei uns willkommen sind.“

Einen nachhaltigen Mehrwert aus der mit 700.000 Euro budgetierten Teilnahme der Region an der zweitgrößten Sommersportveranstaltung weltweit verspricht sich auch Stefan Pühringer, Direktor des Tourismusverbands Kufsteinerland: „Wir hoffen, uns damit als Rennraddestination positionieren zu können. Dazu haben wir viele nachhaltige Maßnahmen getroffen, vom Ausbau der Radwege über eine Beschilderungsoffensive bis zu rennradfreundlichen Hotels.“ Bei den Nächtigungen rechnet der Touristiker um die Zeit der Rennen, die jeweils in Kufstein starten und über umliegende Gemeinden bis zum Zieleinlauf vor der Innsbrucker Hofburg führen, mit einer 90-prozentigen Bettenauslastung. Zahlen, die bei vielen Einheimischen die Furcht vor einem Verkehrskollaps wecken. „Wir bitten die Bevölkerung, die Autos stehen zu lassen. Es wird zu Staus kommen“, schickt Ebner voraus, weist aber auf das ausgearbeitete Verkehrsleitsystem hin, das die Fahrzeuge zu den Parkplätzen lotsen soll. Welche Straßen wann gesperrt sind, gibt es online unter www.innsbruck-tirol2018.com nachzulesen. Der Bereich um den oberen Stadtplatz werde über mehrere Tage zur „autofreien Zone“ erklärt. Denn dort – wie auch im Stadtpark und am Fischergrieß – werde es auch Public-Viewing-Bereiche geben.

Erwartet werden auch viele Reisende mit Wohnwagen. Dafür soll das 8000 Quadratmeter große ehemalige Kasernenareal zum Campingplatz umfunktioniert werden. Auch in Thiersee, Schwoich und Langkampfen werden Plätze für eine Gebühr von 30 Euro pro Tag bereitgestellt.

Bei der Frage, wie all diese Gäste zum Rennen gelangen sollen, verweist man auf die öffentlichen Verkehrsmittel. Über mögliche Shuttle­busse werde derzeit noch diskutiert. „Für Gäste kostet eine Busfahrt nur 1,50 Euro“, sagt Pühringer. Wer nicht in einem Hotel oder auf einem Campingplatz nächtigt, zahlt den normalen Preis. Dennoch wolle man die Bevölkerung dazu bewegen, vermehrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Rennen zu reisen. Die ÖBB erhöhen während der WM die Taktung zwischen Kufstein und Innsbruck.

Wer sich nicht für den Radsport begeistern kann, freut sich vielleicht trotzdem auf das Event, so die Veranstalter, die ein buntes Rahmenprogramm in Aussicht stellen. Höhepunkte sind zwei Konzerte auf der Festung: Am 28. September wird Musiklegende Bonnie Tyler („Total Eclipse of the Heart“) mit der Joe Cocker AllStars Tribute Band die Bühne rocken. Tags darauf werden Lost Frequencies („Are You With Me“) und Ofenbach („Be Mine“) zu hören sein.




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