Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 21.06.2018


Innsbruck

„Höttinger Gastlichkeit und ein Klo“

Die Rad-WM wird zu zahlreichen Straßensperren führen – in Innsbruck will man das Großereignis aber zum Volksfest werden lassen.

© IKM/LercherBM Georg Willi stand den Höttingern am Dienstagabend zur Rad-WM Rede und Antwort.Foto: IKM/Lercher



Innsbruck – Der Bürgermeister kam zu seinem Heimspiel in Hötting standesgemäß – mit dem Rad. Wie anders könnte es sein, für einen Grünen Stadtchef, der eine Rad-WM „geerbt hat“? Und Georg Willi betonte gleich, dass dies ein „schönes Erbe“ sei. Von 22. bis 30. September tritt die Rad-Elite der Welt in Tirol an – und alle Wege bei der WM führen nach Innsbruck. Deshalb touren die Verantwortlichen dieser Tage durchs Land und wollen die Bürger informieren. In Innsbruck fand am Dienstagabend der Auftakt statt. Klar wurde dabei: Das Großereignis wird zu etlichen Straßensperren und zahlreichen Behinderungen führen.

Willi formulierte das so: „Wir werden in diesen Tagen nicht so mobil sein wie sonst.“ Später sagte er auch: Wer den Trubel in Hötting gar nicht möchte, solle Ende September vielleicht einen Ausflug an den Gardasee planen. Aber, und das erklärte nicht nur Willi, sondern auch die Vertreter der Rad-WM: Das Großereignis sei etwas Einmaliges. Eine Möglichkeit für die Stadt, sich zu präsentieren. „Radübertragungen sind Landschaftsübertragungen“, sagte Esther Wilhelm, Kommunikationsleiterin der WM. Acht Tage, zwölf Rennen, rund 200.000 Nächtigungen, 40 bis 50 TV-Stationen, die live übertragen – diese Eckpunkte nannte sie den rund 50 interessierten Höttingern. Und die Besucher zeigten sich der WM gegenüber nicht negativ eingestellt, sondern waren vor allem an Detailfragen interessiert. So werden Parkplätze entlang der Strecke wegfallen. Zudem werde es geänderte Öffi-Zeiten geben, fixe Querungspunkte für Einsatzfahrzeuge und detaillierte Infos für Anrainer per Post.

Willi möchte die WM zu einem Volksfest werden lassen. „Ich kann mir eine Bewirtung hier gut vorstellen und wir würden hier mit den Genehmigungen schnell und unkompliziert arbeiten“, warf er in die Runde. Auch die Idee, den eigenen Balkon in Hötting als Sitzplatz anzubieten, wurde angesprochen. Genauso die Frage nach Toilettenanlagen für die Zehntausenden Fans. „Gastlichkeit und ein Klo“ könnten die Höttinger diesen Fans entgegenbringen, erklärte Willi scherzhaft. Gestern stand in Mühlau ein Infoabend an. Die Tour ist am Samstag, den 23. Juni, noch in den Ursulinensälen und am 26. Juni im Vereinsheim Igls – Start ist jeweils um 18 Uhr. (mw)