Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 24.06.2018


Business Angel Summit

Internationales Kapital auf Brautschau in Kitzbühel

Über 100 Investoren trafen beim Business Angel Summit in Kitzbühel auf Start-ups aus Tirol und Österreich.

© Standort AgenturGerda Fuhrmann (UriSalt), Christian Flechl (NRG-X/Volterio), LR Patrizia Zoller-Frischauf, Pinar Kilickiran (UriSalt), Marcus Hofer (Standortagentur Tirol), Bernhard Sagmeister (aws).Foto: Standortagentur



Kitzbühel – Am Freitag fand der „Business Angel Summit 2018“ in Kitzbühel statt. Bei diesem von Standortagentur Tirol und der Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft (aws) veranstalteten Treffen präsentierten sich sechs österreichische Start-ups 100 potenziellen Investoren. Mit ihren Innovationen möchten die jungen Unternehmen – darunter auch drei Tiroler – privates Beteiligungskapital in Höhe von insgesamt sechs Mio. Euro einwerben.

„Dem Business Angel Summit Kitzbühel gelingt neben der internationalen Aufmerksamkeit für den Start-up-Standort vor allem auch eines: die erfolgreiche Verknüpfung der einzelnen ‚Communities‘ in Österreich“, meinte Marcus Hofer, Geschäftsführer der Standortagentur Tirol. Bernhard Sagmeister, Geschäftsführer der aws, sah bei Österreichs Start-ups eine Trendwende hin zu mehr privatem Beteiligungskapital, hinsichtlich Angel-Investoren sah er aber noch deutlich mehr Potenzial. Tirols Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf betonte, dass Österreich und Tirol über eine technologisch und fundierte Start-up-Szene verfüge.

Eine Einschätzung, die auch Andreas König, Investor und ehemaliger CEO des globalen Software-Unternehmens TeamViewer, teilt. „Mich hat es schon positiv überrascht, dass es so viele spannende Start-ups in Österreich und auch in Tirol gibt“, so König im TT-Interview. Zudem sei es in Österreich sicher leichter, eine Firma zu gründen, als zum Beispiel in Deutschland. Was es aber brauche, seien mehr Möglichkeiten, wie das Business Summit in Kitzbühel, wo sich junge Unternehmer präsentieren können. Wichtig sei auch, dass es viel mehr „Innovations-Center“ gäbe, wo junge Leute ohne finanziellen Druck ein bis zwei Jahre arbeiten können. Hier sei auch die Politik gefragt, so König.

Aufholbedarf sieht der Unternehmer aber auch bei den Start-ups: „Besonders was den Vertrieb betrifft, sind viele zu blauäugig.“ Deshalb sei es wichtig, dass sie sich schon früh Unterstützung holen. Ein weiterer Fehler, der zu häufig gemacht werde, sei auch eine zu komplizierte Eigentümerstruktur, die oft einen erfolgreichen Marktauftritt verhindere. (hu)