Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 26.06.2018


Standort Tirol

Zwölf-Stunden-Tag: Aufregung unter Kämmerern

© FankhauserFranz Hörl.



Innsbruck – Das Lesen der TT ließ gestern den Blutdruck von ÖVP-Wirtschaftsbund-Obmann Franz Hörl steigen. Verärgert hat Hörl nicht der politische Gegner, sondern ein anderer Wirtschaftskämmerer: Anton Rieder hatte als Bauunternehmer zur geplanten Arbeitszeitflexibilisierung Stellung genommen. 95 Prozent der Bauwirtschaft würden laut Rieder mit der derzeitigen Regelung auskommen. Zwölf Stunden würde er seine Mitarbeiter nicht arbeiten lassen. Es steige nur die Unfallgefahr. Rieder hat 140 Mitarbeiter und ist der stellvertretende Spartenobmann Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer.

„In welchem Schlaraffenland lebt der Mann?“, fragt sich Hörl. Die Einschätzung Rieders sei eine falsche. Der Termindruck in der Baubranche sei riesig und deshalb eine Ausweitung der Arbeitszeit nötig.

Hörl nennt auch gleich einen Kammer-Kollegen und Bauunternehmer, der das bestätigen kann: Josef Huber leitet einen Betrieb mit 300 Mitarbeitern in Imst. „Wir sind sehr stark von den Saisonen im Tourismus abhängig und können zeitlich nur sehr begrenzt bauen. Wir brauchen eine Ausweitung auf zwölf Stunden.“ (aheu)