Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 05.07.2018


Bezirk Landeck

Bauern suchen neue Vermarktungsschienen

Die Landwirtschaftskammer will im Bezirk größere Bauernläden etablieren. Auch im Raum Landeck gibt es ein solches Projekt.

© TT / Julia Hammerle



Von Matthias Reichle

Landeck – Apfelsaft aus Schlanders, Marmeladen aus Latsch oder Kräuter aus Goldrain – im Vintschger Bauernladen sind regionale Produkte seit 2005 an einem Ort erhältlich. Der genossenschaftliche Zusammenschluss von Kleinproduzenten, der von Bergsteigerlegende Reinhold Messner mitgegründet wurde, hat sich etabliert. Im Geschäft in Naturns kann man aber nicht nur einkaufen, sondern auch Kaffee trinken und den Kuchen der Bäuerinnen verkosten, wie der Landecker Bezirksbauernobmann Elmar Monz schwärmt.

Das Vintschger Projekt, knapp 65 Kilometer hinter der Grenze, erregt derzeit die Aufmerksamkeit der Nordtiroler Nachbarn. Überlegt man sich doch auch hier, die bäuerliche Vermarktung besser zu unterstützen.

Seit heuer denkt man verstärkt über Kooperationen zwischen Produzenten und Konsumenten, wie dem Tourismus, nach. „Das Schnalstaler Beispiel kann man sich anschauen“, so Monz, dem zwei, drei dieser Vermarktungsstandorte im Bezirk Landeck vorschweben – „im Obergricht, im Paznaun und Stanzertal“. In Landeck gebe es bereits jeden Freitag den Frischemarkt, der sich zum beliebten Einkaufstreffpunkt entwickelt hat. Man dürfe sich nicht schämen, und bei gut funktionierenden Projekte Anleihen nehmen. Derzeit sei man in der Planungsphase.

„Der Konsument wird kritischer“, sieht Landwirtschaftskammerpräsident Josef Hechenberger Chancen für die heimische Landwirtschaft. „Es geht nicht mehr nur um einen vollen Bauch, sondern auch darum, wie produziert wird.“ Direktvermarktung ist eine Möglichkeit, aber auch kleine Genossenschaften seien ein Modell der Zukunft. „Wir müssen zusammenhalten und die Stärken der Region nutzen“ – ihm schweben Kooperations­modelle zwischen Produzenten, Verarbeitern und dem Tourismus vor.

Ein Projekt für bäuerliche Vermarktung ist derzeit im Rahmen der Stadt-Umland-Kooperation im Talkessel Land­eck in Vorbereitung.

Es geht dabei um eine regionale Verkaufsstelle, bei der regionale Lebensmittel wie Honig, Fleisch oder Käse erhältlich sind, wie Planungsverbandsobmann Thomas Lutz erklärt. „Mehrere Bürgermeister haben sich ein solches Projekt gewünscht.“ Definitiven Standort gebe es noch keinen – Pians war aber im Gespräch.

Es ist eines von zehn Projekten, die beschlossen wurden. Der Kooperationsmanager sei derzeit mit der Ausarbeitung der Idee beauftragt, betont RegioL-Geschäftsführer Gerald Jochum.