Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 13.07.2018


EXKLUSIV

Explorer: Justiz prüft in Umhausen

Rund um den Grundverkauf in Um­hau­sen an die Explorer-Hotelkette hat die Staatsanwaltschaft nun das Landeskriminalamt eingeschaltet.

© Visualisierung Explorer HotelsAuch beim Explorer-Hotel in Umhausen will die Justiz näher hinschauen.



Von Max Strozzi

Umhausen – Die Fälle zweier Explorer-Hotels in Umhausen bzw. St. Johann haben zuletzt für viel Aufruhr gesorgt und sind nun beide auch ein Fall für die Justiz. In St. Johann – dort hatten 2015 die damals hauptsächlich in öffentlicher Hand befindlichen Bergbahnen der Explorer-Kette ein Grundstück um weniger als die Hälfte des Verkehrswerts verkauft – ermittelt die Staatsanwaltschaft bereits wegen des Verdachts der Untreue – die TT berichtete.

Jetzt wirft die Innsbrucker Staatsanwaltschaft auch ein Auge auf den Grundstücksdeal in Umhausen. Dort hatte ein Ötztaler Landwirt und Baumeister im vergangenen Jahr der Explorer-Hotelkette ein fast 5000 m² großes Areal im Wert von knapp mehr als einer Million Euro für nur 73.500 Euro verkauft – umgerechnet knapp 15 Euro pro Quadratmeter. Auch die Begleitmusik des Deals ließ aufhorchen. So betonte Explorer, Freiland erworben zu haben, was eigentlich genehmigungspflichtig hätte sein müssen. Bei der BH dagegen kam der Deal als Kauf von Bauland an, von Freiland sei nie die Rede gewesen.

Weiters hatten Verkäufer, Generalunternehmer und Explorer laut einer Gesprächsnotiz einen Kaufpreis von 60 Euro pro m² diskutiert, wovon aber nur 15 Euro im Kaufvertrag aufscheinen sollten – dieser Preis schien dann tatsächlich auch so im Kaufvertrag auf. Die restlichen 45 Euro sollten am Ende über Rechnungen des Generalunternehmers „on top“ abgerechnet werden. Pikant dabei: Grundverkäufer und Generalunternehmer sind verwandt, der Geschäftsführer des Generalunternehmers sitzt zudem im Umhauser Gemeinderat.

Jetzt hat die Justiz das Landeskriminalamt (LKA) eingeschaltet. „Mittlerweile wurde das LKA damit beauftragt, die näheren Umstände des Grundstückskaufes zu erheben und uns darüber zu berichten“, erklärt Hansjörg Mayr, Sprecher der Staatsanwaltschaft Innsbruck, gegenüber der TT. Gegen bestimmte Personen werde derzeit noch nicht ermittelt, so Mayr.




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