Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 20.07.2018


Innsbruck-Land

Glungezerbahn:

Einspruch sorgt für Brisanz

Bis gestern Abend dauerte das Warten auf einen mündlichen Bescheid für den Liftbau. Wegen eines Einspruchs hat dieser auch noch keine Rechtskraft.

© DaumGestern war der alte Glungezer-Sessellift noch in Betrieb. Die Bahnbetreiber wollen so rasch wie möglich mit dem Abbau beginnen.



Von Michael Domanig

Tulfes – Die lange erwartete Bauverhandlung für den Neubau der Glungezerbahn verlief am gestrigen Donnerstag in Tulfes nicht so glatt, wie sich das die Projektwerber im Vorfeld wohl erhofft hatten. Wie berichtet, soll der alte Doppelsessellift in Sektion eins – zwischen der Talstation in Tulfes und der Mittelstation Halsmarter – bis zum Beginn der Wintersaison durch eine moderne Einseilumlaufbahn mit 10er-Kabinen ersetzt werden.

Im TT-Gespräch am späten Nachmittag ging Glungezerbahn-GF Walter Höllwarth gestern davon aus, dass die Verhandlungsleiterin vom Verkehrsministerium (als oberster Seilbahnbehörde) „einen grundsätzlich positiven mündlichen Baubescheid“ verkünden werde. Bis Redaktionsschluss lag aber noch keine offizielle Entscheidung vor.

Mit Vorliegen des erwarteten mündlichen Baubescheides sei dieser aber noch nicht in Rechtskraft, erklärt Höllwarth – denn es liegt noch ein Einspruch eines Grundeigentümers vor. Dieser habe – im Gegensatz zu einem zweiten Einspruch – bei der Bauverhandlung gestern noch nicht abgearbeitet werden können.

Nun versuche man, mit dem Grundeigentümer einen Konsens herzustellen, so Höllwarth, er sei guter Dinge, dass das gelingt. Wenn eine Einigung vorliege, werde der Grundeigentümer einen Rechtsmittelverzicht unterschreiben. „Dann ist der Bescheid rechtskräftig und wir können loslegen.“

Und wenn nicht? Dann müsse man die vier Wochen Einspruchsfrist verstreichen lassen, so Höllwarth – „und dann ginge es sich nicht mehr aus, wie geplant mit dem Bau zu starten“. In diesem Fall wäre der Liftneubau laut Höllwarth zumindest für dieses Jahr gestorben – und die Eigentümer müssten über die weitere Zukunft entscheiden. Grundsätzlich habe man die Berechtigung, mit dem alten Sessellift noch bis 2027 zu fahren, so Höllwarth.

Er sei aber zuversichtlich, „dass wir einen Konsens finden und heuer bauen“.