Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 21.07.2018


Innsbruck-Land

Am Glungezer drängt die Zeit

Nur bei rascher Einigung mit einem Grundbesitzer kann der Bahnbau heuer starten.

© DomanigBei herrlichem Wanderwetter nützten Einheimische und Gäste auch gestern den alten Doppelsessellift. Die Bahn von Tulfes zur Halsmarter fährt noch, bis der Bescheid für den Neubau rechtskräftig ist. Foto: Domanig



Tulfes – Die Bauverhandlung für den Neubau der ersten Liftsektion am Glungezer wuchs sich in Tulfes am Donnerstag zu einer echten Marathonsitzung aus, die sich bis in die Abendstunden erstreckte. Am Ende erging dann mündlich der erwartete positive Bescheid seitens der Seilbahnbehörde. Dieser kann aber, wie berichtet, erst in Rechtskraft erwachsen, wenn die Projektwerber mit einem Einspruchnehmer eine Einigung erzielen. In erster Linie geht es dabei um die Frage der Parkplatznutzung – dem betreffenden Grund­eigentümer gehört ein Teil des Parkplatzes. Wenn ein Konsens zustande kommt und die offenen Punkte noch geklärt werden können, würde der Grundbesitzer einen Rechtsmittelverzicht unterschreiben – und der Baubescheid wäre rechtsgültig. Diese Verhandlungen sollen nun sofort geführt werden. „Sobald wir die Unterschrift haben, tragen wir den alten Doppelsessellift ab“, bekräftigt Glungezerbahn-GF Walter Höllwarth. „Jeder Tag ist wertvoll, die Zeit drängt.“

Schließlich soll, ja muss die neue 10er-Kabinenbahn mit Beginn der Wintersaison fertig sein. Kommt es zu keiner Einigung, müsste die vierwöchige Einspruchsfrist abgewartet und dann der weitere Rechtsweg beschritten werden. „Dann wäre der Bahnbau für heuer gegessen“, stellt Höllwarth noch einmal unmissverständlich klar. Er ist aber optimistisch, was eine Einigung angeht.

Was die behördlichen Abläufe betrifft, sei bei der Verhandlung alles positiv über die Bühne gegangen. „Wenn man eine alte Bahn abreißt und an derselben Stelle eine neue errichtet, ist das behördlich bei Weitem nicht so komplex, wie wenn man ganz neu baut“, so Höllwarth.

Vorerst ist der alte Sessellift weiter in Betrieb, auch gestern gönnten sich Wanderbegeisterte noch einmal die beschauliche Fahrt. „Wir fahren so lange, bis wir einen rechtsgültigen Bescheid haben“, meint Höllwarth. (md)