Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 25.07.2018


Osttirol

Heizen mit Strom als Energiemodell mit Zukunft

Regionale Unternehmen stellen in Göriach am Iselsberg das erste Energiemodellhaus Osttirols fertig. Neue Technik kommt zum Einsatz.

© THB Immobilien GmbHDie Balkongeländer des ersten Energiemodellhauses in Osttirol werden mit neuartigen Photovoltaik-Modulen ausgestattet.Foto: THB Immobilien GmbH



Von Christoph Blassnig

Dölsach – Ein Energiemodellhaus, das auch im Winter ausschließlich mit Strom beheizt wird, und dabei kostengünstig für die Bewohner sein soll? Die beiden Dölsacher Unternehmen THB Immobilien und sun.e-solution verwirklichen im Ortsteil Göriach nach gemeinsamer Planungsphase ein solches MehreigentümerObjekt.

„Unser Modellhaus ist ein Beispiel dafür, wie erneuerbare Energien mit neuester Gebäudetechnik und intelligentem Energie-Management optimal genutzt werden können“, erklärt sun.e-solution-Geschäftsführer Martin Kollnig. Für jede der Büro- oder Wohneinheiten hat das auf Photovoltaik spezialisierte Unternehmen monatliche Energiekosten von rund 60 Euro errechnet. Dabei wird das Warmwasser und sogar die Raumwärme vollständig mit Hilfe elektrischer Energie gewonnen. „Wir haben sehr vorsichtig gerechnet“, so Kollnig. Die realen Werte würden aus eigener Erfahrung besser ausfallen als angenommen.

Möglich macht das auch die geografische Lage am Iselsberg, wo laut Solarkataster des Landes mit die sonnenverwöhntesten Hänge im Bezirk liegen. „Wir erzeugen hier noch im Winter ein Drittel des Jahresertrages“, weiß Kollnig aus Erfahrung. Mit den Photovoltaikflächen können 50 Prozent der gesamt benötigten Energie je Wohneinheit rein aus Sonnenenergie erzeugt werden. Ein umweltfreundlicher Salzwasser-Akku und ein 1000-Liter-Warmwasserspeicher bilden die Nacht- und Schlechtwetterreserve. Die Raumheizung erfolgt über Infrarot-Heizflächen in Aufputzmontage. Der Regeltechnik kommt immer größere Bedeutung zu: Es gibt zum Beispiel beim Boiler nicht mehr nur die beiden Betriebsarten Ein oder Aus, sondern eine stufenlose Anpassung je nach Sonnenschein.

Kollnig räumt ein, dass dieses Baukonzept eine sonnige Lage voraussetzt. „Für die Schattseite haben wir andere Konzepte.“ Im September würde Osttirols erstes Energiemodellhaus erstmals für Besucher zugänglich sein.