Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 27.07.2018


Standort Tirol

Tiroler Schuldner zahlen früher

Der Anteil der Österreicher mit Zahlungsrückständen ist leicht gestiegen. Die durchschnittliche Forderungshöhe ist gesunken.



Wien – Die Zahlungsmoral der Österreicher ist erneut zurückgegangen – so das Ergebnis einer Erhebung der Wirtschaftsauskunftei CRIF Österreich. So stieg der Bevölkerungsanteil mit offenen Forderungen von 1,5 auf 1,53 Prozent. Allerdings ist die durchschnittliche Höhe der Schulden um acht Prozent auf durchschnittlich 323 Euro pro Kopf gesunken (2017: 350 Euro). „Das Ergebnis ist kein Grund zur Sorge – die Zahlungsmoral der österreichischen Konsumenten ist nach wie vor sehr gut, nur ein geringer Teil kann Rechnungen nicht immer fristgerecht bezahlen, so dass diese an ein Inkassobüro übergeben werden müssen“, erklärt Boris Recsey, Geschäftsführer von CRIF Österreich.

Das Bundesländerranking wird erneut vom Burgenland angeführt. Der Anteil der Personen mit offenen Forderungen liegt hier bei 1,17 Prozent und damit unter dem Österreichschnitt von 1,53 Prozent. Dahinter folgen Tirol (1,28 Prozent) und Niederösterreich (1,29 Prozent). Das Schlusslicht bildet Wien, wo im Vergleich mit dem Burgenland fast doppelt so viele Konsumenten, nämlich 2,14 Prozent, Inkassomeldungen haben.

Die durchschnittliche Forderungshöhe wiederum ist in allen Bundesländern zurückgegangen, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß: Den stärksten Rückgang kann Tirol verzeichnen, wo die Forderungshöhe von 363 Euro auf 306 Euro gesunken ist. Ebenfalls stark zurückgegangen ist die durchschnittliche Forderungshöhe in der Steiermark. Vorarlberg bleibt mit der höchsten durchschnittlichen Forderungshöhe das Schlusslicht im Ranking.

Der CRIF-Erhebung zufolge verfügen Frauen insgesamt über niedrigere Zahlungsrückstände als Männer. So liegt die Höhe des offenen Rechnungsbetrags bei männlichen Konsumenten im Schnitt bei 378 Euro (2016: 403 Euro) und somit um 41 Prozent höher als bei weiblichen mit 268 Euro. Am häufigsten von Überschuldung betroffen sind junge Menschen im Alter zwischen 25 und 29 Jahren. Mit 4,09 Prozent liegt der Anteil der Personen mit offenen Forderungen hier am höchsten. Allerdings verfügen sie mit durchschnittlich 281 Euro auch über den niedrigsten Schuldenstand. Ab 30 Jahren sinkt der prozentuelle Anteil jener Personen, die offene Forderungen haben. Die Schuldenhöhe wiederum steigt mit dem Alter und erreicht bei Person zwischen 65 und 69 Jahren den Höchststand von 468 Euro. (TT)




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