Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 04.08.2018


WK-Präsident

Wirtschaftskammer: Walser soll Bodenseer nachfolgen

In der Wirtschaftskammer sind die Weichen gestellt: Christoph Walser soll Präsident, Pletzer und Thaler sollen seine Vizes werden.

© FögerChristoph Walser (l.) soll neuer Präsident der WK werden.



Von Anita Heubacher

Innsbruck — Den Elfmeter wird der Transportunternehmer, Thaurer Bürgermeister und Fußballfan Christoph Walser höchstwahrscheinlich verwandeln. Im Herbst dürfte er Jürgen Bodenseer als Präsident der Wirtschaftskammer nachfolgen. Walsers Stellvertreter sollen der Unterländer Unternehmer Manfred Pletzer und die Innsbrucker Start-up-Gründerin Barbara Thaler werden. Die Weichen dafür dürften kommenden Dienstag gestellt werden.

Die Lösung hat sich in der Wirtschaftskammer bereits herumgesprochen. Offiziell bestätigen wollte sie am Freitag aber noch keiner. „Wann der Herr Präsident geht, ist Sache des Herrn Präsidenten", sagt Wirtschaftsbund-Obmann Franz Hörl. Sonst ein Mann der klaren Worte, übte er sich am Freitag in nobler Zurückhaltung. Drängen will „den Jürgen" keiner, denn gewählt ist er bis 2020.

Hörl legt als ÖVP-Wirtschaftsbund-Obmann auf zwei Dinge Wert: 1. Die Spitze der Kammer soll verjüngt werden. 2. Die demokratische Mitbestimmung gilt es zu wahren. Der 43-jährige Walser erfüllt beide Kriterien. Er bewirbt sich und im Oktober stellt er sich den 450 Delegierten bei der Landesgruppenhauptversammlung zur Wahl. Walsers Konkurrent Manfred Pletzer hat es hingegen nicht so mit Kampfabstimmungen. Eine solche habe er abgelehnt, heißt es. Pletzer war der Favorit der Adlerrunde, einer Gruppierung von rund 40 Unternehmern, deren Präsident Pletzers Vater, Anton Pletzer, ist. Einigen „Adlern" schwebte eine Doppelspitze im Präsidium der Kammer vor: Walser und Pletzer hätten Bodenseer nachfolgen sollen.

„Es wird keine Doppelspitze geben. Das geht schon rein rechtlich nicht", sagt Hörl und mehr nicht. Vielen Wirtschaftsbündlern wäre wohl auch der Einfluss der Adlerrunde in der Kammer zu groß gewesen, wenn Pletzer auf dem Kammerthron gelandet wäre. Ambitionen auf die Spitze hätte auch Barbara Thaler gehabt. Eine Einzelunternehmerin als Präsidentin lag dann aber wohl doch jenseits der Vorstellungskraft der Wirtschaftsbündler. Walser hat 60 Mitarbeiter in seinem Transportunternehmen. Thaler muss wieder damit fertig werden, nicht zum Zug zu kommen. Sie war auch als Wirtschaftsministerin im Gespräch, bis Margarete Schramböck kam.

In der Kammer scheint nun jedenfalls alles unter Dach und Fach und mit „dem Jürgen" akkordiert zu sein.