Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 04.08.2018


Bezirk Kitzbühel

Grund-Deal: Ermittlungen in St. Johann eingestellt

© Verena HoferDie Marken Drei und Tele 2 werden zusammengelegt.Foto: pexer



Rund um ein weit unter Wert verkauftes Grundstück der Bergbahnen St. Johann an die Hotelkette Explorer hat die Staatsanwaltschaft Innsbruck ihre Ermittlungen eingestellt. Wie berichtet, hatten 2015 die damals noch hauptsächlich in öffentlicher Hand befindlichen Bergbahnen St. Johann ein 4900 Quadratmeter großes Grundstück an die Explorer-Hotelkette für knapp 480.000 Euro verkauft und damit um weniger als die Hälfte seines Verkehrswerts. Denn ein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger aus Tirol hatte in seinem Gutachten den Wert des Grundstücks mit knapp mehr als einer Million Euro beziffert. Vergangenen Juni nahm die Staatsanwaltschaft Innsbruck Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue auf und hat sie kürzlich, Ende Juli, eingestellt. Ein entsprechendes Schreiben der Staatsanwaltschaft hat St. Johanns Bürgermeister Stefan Seiwald (VP), der seinerzeit als Co-Geschäftsführer der Bergbahnen sowie als Aufsichtsratschef in den Grundstück-Deal mit eingebunden war, der TT gestern zugesandt.

Laut dem Schreiben von Staatsanwalt Florian Oberhofer sei das Grundstück im Vergleich zu seinem Anschaffungspreis sieben Jahre zuvor „sogar gewinnbringend veräußert" worden und es könne „nicht festgestellt werden, dass ein höherer Kaufpreis erzielt hätte werden können". Somit konnte „ein unmittelbarer Vermögensschaden nicht festgestellt werden". Auch könne es aus Sicht des Staatsanwalts keinen Vorsatz geben, weil mit dem Grundstücksverkauf „eine Steigerung des Umsatzes der Bergbahnen erwartet werden konnte". Zudem habe der Aufsichtsrat den Grund-Deal bewilligt, weshalb gegen den Bergbahnen-Geschäftsführer, der den Grund-Deal im Auftrag des Aufsichtsrats durchgeführt hat, „kein Anfangsverdacht in Richtung eines untreuen Verhaltens" begründet sei. (mas)