Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 08.08.2018


Osttirol

Neu gesetzte Tamarisken sollen Kraftwerk aufwerten

Die Tiwag baut im Nahebereich von Natura 2000 das Kraftwerk an der Schwarzach aus. Dabei werden junge Tamarisken eingepflanzt.

© OblasserDas Schwarzach-Kraftwerk der Tiwag in Hopfgarten bekommt eine zweite Turbine. Zurzeit läuft die Frist für Stellungnahmen.Fotos: Oblasser



Von Catharina Oblasser

Hopfgarten i. D. – Das Tiwag-Kraftwerk an der Schwarzach soll um eine zweite Turbine erweitert werden. Das ist schon seit Juni 2012 geplant. Das Kraftwerk würde dann laut Tiwag 83 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Jetzt sind es 61 Millionen. Die Baumaßnahmen für die Aufrüstung würden sich auf die Vergrößerung des Krafthauses beschränken.

Während der Wasserrechtsbescheid schon vorliegt, ist das naturschutzrechtliche Verfahren noch am Laufen. Bis zum 17. August hat jedermann die Möglichkeit, zu den Plänen Stellung zu nehmen. Das geht aus einer öffentlichen Bekanntmachung der Abteilung Umweltschutz im Landhaus hervor.

In der Bekanntmachung sind auch Begleitmaßnahmen zur Kraftwerkserweiterung angeführt. Eine davon ist die Ansiedelung und das Monitoring der Deutschen Tamariske. An mehreren Standorten, nämlich im Bereich Elektrowerk Hopfgarten, im Bereich Plon und bei der Aufweitung des Flusses, ist die neue Bepflanzung vorgesehen.

Dafür müssen die Tamarisken von bereits vorhandenen Beständen an der Schwarzach „übersiedeln“, wie in der Bekanntmachung präzise erläutert wird: 20 einjährige Pflanzen und 30 Stecklinge sollen es sein. Diese werden in Dreiergruppen angepflanzt. Über zehn Jahre werden die neuen Bestände überwacht. Falls in dieser Zeit drei Viertel der Stecklinge absterben, will man noch einmal von vorne anfangen.

Diese Maßnahme sei mit der Behörde so vereinbart worden, sagt Wolfgang Kofler von der Tiwag. „Daran werden wir uns halten.“

Das Kraftwerk liegt zwar nicht direkt im Natura-2000-Gebiet „Osttiroler Gletscherflüsse Isel, Schwarzach und Kalserbach“, aber doch im Nahebereich, so die Abteilung Umweltschutz. Und Projekte, die das Schutzgebiet erheblich beeinträchtigen könnten, brauchen eine so genannte Verträglichkeitsprüfung.

Laut Abteilung Umweltschutz ist die Nähe zum Natura-2000-Gebiet ein wichtiger Faktor bei der Pflanzung der Tamarisken. Es solle keinesfalls zu Nachteilen in der Natur im Zuge des Kraftwerks­ausbaus kommen.