Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 08.08.2018


Tourismus

Tiroler Front für schärfere Airbnb-Gangart

Hotellerie-Obmann Mario Gerber erhält Rückenwind aus der Politik und vom ÖGB.

© Getty ImagesAirbnb sorgt auch in Tirol weiter für heftige Diskussionen.Foto: iStock



Von Max Strozzi

Innsbruck – Rückenwind erhält Tirols Hotellerie-Obmann Mario Gerber für seinen Vorstoß, über das Tiroler Tourismusgesetz oder das Meldegesetz den Online-Vermieter Airbnb dazu zu zwingen, Informationen zu Vermietern und Gästen preiszugeben – wie es auch jeder Hotelier tun muss. Vollste Unterstützung für Gerbers Ansinnen gebe es seitens der Gewerkschaft, betont Tirols ÖGB-Vorsitzender Philip Wohlgemuth. Auch, weil Airbnb den Wohnungsmarkt massiv belaste. „Der Ausbau des Airbnb-Angebots darf nicht zulasten der Tiroler Bevölkerung gehen. Der Wohnungsmarkt ist ohnehin schon extrem angespannt, gerade im Großraum Innsbruck“, so Wohlgemuth. Dass in Innsbruck rund 1300 Wohnungen fehlen, weil sie an Touristen vermietet werden, und andererseits teilweise keine Steuern abgeführt werden, „erfordert dringenden Handlungsbedarf“, meint der Gewerkschaftsboss.

Auch für FPÖ-Tourismussprecher Alexander Gamper braucht es eine härtere Gangart gegen Airbnb. „Den Schwarzen Peter aber dem Unternehmen (Airbnb, Anm.) zuzuschieben, ist populistisch, zumal sogar das Land Tirol auf der Website Tipps gibt, wie man auf der Plattform als Privater legal vermieten kann“, kritisierte Gamper via Aussendung. Das Problem der Abgabenhinterziehung gebe es zudem auch bei Wohnleerständen und illegal genutzen Freitzeitwohnsitzen, die Misere sei besonders in seiner Heimatgemeinde Kitzbühel erkennbar groß, sagt Gamper. Er fordert daher auch, die Bürgermeister stärker in die Pflicht zu nehmen – diese seien schließlich die Meldebehörde.

VP-Wohnbausprecher Dominik Mainusch fordert ebenfalls eine strengere Kontrolle von Airbnb-Vermietungen. Immer mehr Objekte würden dem Wohnungsmarkt entzogen, was die Preise weiter nach oben treibe, mahnt er.

Allerdings schossen die Wohnungspreise in Tirol bereits in die Höhe, bevor Airbnb sich etablierte. Die aktuelle Airbnb-Debatte bietet daher auch eine willkommene Angriffsfläche, um von hausgemachten Versäumnissen am Wohnungsmarkt abzulenken. In diese Richtung argumentiert Airbnb auch in New York. Dort muss das Unternehmen künftig eine Liste seiner Gastgeber sowie Informationen über sämtliche Transaktionen an die Behörden übermitteln. Andernfalls drohen Strafen von 1500 Dollar pro Monat und Wohnung. Airbnb verweist darauf, dass viele Vermieter Probleme hätten, in der teuren Metropole über die Runden zu kommen, und deshalb Zimmer vermieten.