Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 09.08.2018


Bezirk Reutte

Zugspitzgolf: Erweiterung auf 27 Loch nicht machbar

Zugspitzgolf bringt nun eine abgespeckte Version beim Land ein und hofft – Vogelschutz bleibt Knackpunkt.

© Mittermayr HelmutFotoshooting am Green: Franz Hörl, Franz Dengg und Peter Müller (v. l.) drängen auf eine Erweiterung des Golfplatzes Zugspitzgolf. Foto: Mittermayr



Von Helmut Mittermayr

Ehrwald, Lermoos – Tirols Wirtschaftsbundobmann Franz Hörl hatte gemeinsam mit dem Außerferner WB-Obmann Peter Müller symbolträchtig ins Golfino geladen. Die beiden ÖVP-Funktionäre wollten ein Zeichen setzen, um der geplanten Erweiterung des Tiroler Zugspitz-Golfplatzes einen kleines Momentum mit auf den Weg zu geben. Denn die Vereinsführung müht sich seit Jahren umsonst. 2003 wurde der Golfclub gegründet und nur wenig später war die Erweiterung von neun auf 18 Loch, später sogar 27 Loch für die Zugspitzgolfer ausgemachte Sache. Vor rund fünf Jahren war der Club dann in die Behördenverfahren eingestiegen. Alles Argumentieren half nichts. Feucht- und Nasswiesen wie -weiden waren das „Green“, auf das der Naturschutz des Landes Tirol setzte, nicht auf einen Rasen mit täglich gepflegter Höhe von vier Millimetern. Die Träume über 27 wehende Flaggen am Golfplatz im Moos mussten aufgegeben werden.

Nun wird ein neuer Anlauf gestartet, erklärt der Lermooser Hotelier und Seilbahner Franz Dengg von der dem Golfplatz hinterlegten Betreibergesellschaft. Tiroler Zugspitzgolf soll zumindest von neun auf 18 Loch wachsen. Fachleute erarbeiten gerade das Routing, also den Verlauf der neun zusätzlichen Spielbahnen. Diesmal sollen die Fairways auf landwirtschaftlich hochwertigen Gründen im Moos verlaufen. Denn die vormals für 27 Loch ins Auge gefassten agrarisch weniger wertvollen Flächen waren mit ihren Feuchtwiesen in einem geradezu reziproken Verhältnis dem Naturschutz unersetzlich. Mit 100 Grundeigentümern muss eine Einigung erzielt werden, mit allen in der Region lebenden wurde geredet. Dengg: „Den Aufwand mit den nicht hier lebenden Grundbesitzern tun wir uns aber erst an, wenn die Erweiterung den Sanctus des Landes findet.“ Und der wird auch für die abgespeckte Version nur schwer zu bekommen sein, droht doch auch von ornithologischer Seite lautes Gezwitscher.




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