Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 28.08.2018


Standort Tirol

Ortner und Stanger sperrt Standort in Innsbruck zu: 19 Kündigungen

Das Innsbrucker Traditionsunternehmen schließt mit Jahresende den Standort am Fürstenweg und startet mit einem neuen Verkaufskonzept.

© Rudy De MoorIn das durch die Schließung frei werdende Betriebsgebäude am Innsbrucker Fürstenweg soll ein großer Handelskonzern einziehen.



Von Alois Vahrner

Innsbruck — Die Umwälzungen im heimischen Handel sorgen nur wenige Tage nach dem angekündigten Personalabbau bei Kika/Leiner für eine weitere Hiobs­botschaft: Das traditionsreiche Innsbrucker Handelsunternehmen Ortner und Stanger (gegründet 1865 und heute in fünfter Generation geführt) sperrt mit Ende Dezember den Standort am Fürstenweg zu. 19 Mitarbeiter wurden beim Frühwarnsystem des AMS zur Kündigung angemeldet, sagt Firmenchef Josef Stanger gegenüber der TT. Einige hätten aber bereits andere Stellen in Aussicht, zwei Mitarbeiter wollten sich selbstständig machen.

Ortner und Stanger hat zurzeit noch insgesamt 70 Beschäftigte, die vier weiteren Standorte im Technologie- und Wirtschaftspark Innsbruck (technischer Bedarf), im Einkaufszentrum dez, in der Innsbrucker Altstadt und am Marktgraben (für Küch­e und Haushalt) würden unverändert fortgeführt, so Stanger.

Durch die starke Kaufkraftverschiebung hin zum Online-Handel und zu Großvertriebsformen sowie dem forcierten Direktvertrieb der Markenhersteller sei „dieser für uns sehr schmerzliche Schritt leider unumgänglich gewesen", um das Unternehmen zukunftsfit zu halten, sagt Stanger. Statt des bisherigen Vollsortiments wolle man sich künftig mit den Kern­sortimenten Werkzeugmittel und Betriebstechnik mit einem neuen, modernen Vertriebskonzept im Osten von Innsbruck neu positionieren. Das Konzept sehe einen Schauraum sowie den Vertrieb über den Außen- und Innendienst sowie einen Online-Handel mit Direktversand vor. „Die Zielgruppen sind Handwerk, Gewerbe und Industrie", betont Stanger.

Der nun vor dem Aus stehende Standort am Fürstenweg war 1977 auch deshalb neu gebaut worden, weil man wegen der Fußgängerzone in der Innenstadt entsprechende Parkmöglichkeiten schaffen wollte. „Jetzt wird der Handel erneut auf den Kopf gestellt, und erneut mussten wir jetzt rechtzeitig darauf reagieren." Für die künftige Nutzung des im Besitz von Ortner und Stanger stehenden Areals am Fürstenweg sei man mit einem großen Handelskonzern in finalen Gesprächen, sagt Ortner.