Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 28.08.2018


Ernte

Ertrag und Qualität hoch: Tiroler Obst- und Weinbauern jubeln

Die Tiroler Obstbauern und Winzer freuen sich über eine ertragreiche Ernte. Aufgrund des warmen Sommers müssen manche Früchte heuer sogar früher geerntet werden.

© TT/BöhmWeintrauben werden in diesem Jahr um zwei Wochen früher geerntet. Bereits ab Mitte September sind die weißen Sorten Solaris und Müller Thurgau reif.



Von Anna-Lena Winsauer

Innsbruck — Braune Wiesen, trockene Böden und Wassermangel auf den Almen. Über den ausgesprochen sonnigen und heißen Sommer konnten sich heuer vor allem viele Landwirte nicht so recht freuen. Das Futter wurde knapp und die Ernte zum Reinfall. Anders sieht es hingegen bei den heimischen Obstbauern und Winzern aus. Sie freuen sich auf eine besonders ertragreiche Ernte.

Laut Regina Norz, Obfrau der Tiroler Obstbauern, ist nicht nur die Qualität heuer gut. Bei allen Obstsorten, egal ob Stein- oder Kernobst, sei auch der Behang auf den Bäumen deutlich höher als im vergangenen Jahr. Dies habe vor allem mit den Befruchtungsbedingungen während der Obstblüte zu tun. „2018 waren das Wetter und die Temperaturen im Frühling optimal. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern sind wir in Tirol bisher von großen Unwettern relativ verschont worden", erklärt Norz. „Seit April gab es durchgehend hohe Temperaturen und auch ein langfristiger Kälteeinbruch blieb aus, das führte bei vielen Obstsorten auch zu einer verfrühten Ernte." Nachdem es im letzten Jahr durch den Winterfrost deutliche Einbußen beim Ernteertrag gab, konnten die Obstbauern in diesem Jahr aufatmen.

Verfrühte Weinernte

Auch beim Weinanbau beginnt die Ernte heuer um zwei Wochen früher, nämlich ab Mitte September. „Wenn kein Hagel mehr kommt und auch der Herbst wenig Regen bringt, dann ist es für die Weinreben wunderbar", sagt Peter Zoller, Obmann des Tiroler Weinbauverbands. 2017 waren die Bedingungen für den Weinbau relativ schlecht. „Frost im Frühjahr und ein regenreicher September haben dafür gesorgt, dass wir im letzten Jahr zwischen 30 und 40 Prozent weniger Trauben ernten konnten", erzählt Zoller. In diesem Jahr sei es aber anders: „Bei gewissen Rebsorten müssen wir im Moment sogar Trauben reduzieren. Denn wenn zu viele Trauben an einer Rebe wachsen, wird die Qualität schlechter. Weniger Trauben auf einem Bündel sorgen für mehr Aroma. Wir schneiden die Reben bis zum Boden hinunter ab oder trennen die Bündel in der Mitte."

Trockenheit ist laut Obstbäuerin Norz auch bei Apfel und Co. ein Thema. Daher seien in Tirol viele Obstbauern mit Bewässerungsanlagen ausgestattet. Die Trockenheit sei damit kein Problem gewesen. „Bereits im Frühling war die Ernte von Steinobst gut. Jetzt hat die Apfelernte begonnen und wir sind bisher mehr als zufrieden. Der heimische Markt kann gut abgedeckt werden", freut sich Norz.