Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 01.09.2018


Bezirk Schwaz

Alte Backrezepte zum Jubiläum

© TR PicsAlexander Adler feierte mit Gattin Katrin und Sohn Elias das 100-Jahr-Jubiläum.



Ob Tankstelle, Supermarkt oder Diskonter: Überall werden frisch gebackene Semmeln angeboten. Das macht vielen Bäckerei-Handwerksbetrieben das Leben schwer. Ein Familienbetrieb, der seit nunmehr 100 Jahren erfolgreich Semmeln, Brot und Kuchen herstellt, ist das Bäckerei-Café Adler in Achenkirch. Das Jubiläum wurde kürzlich groß gefeiert und vom 6. Achenseer Genusstag umrahmt, an dem mehrere Betriebe teilnahmen: Achenseebier aus Pertisau, Metzgerei Maier, Edelbrennerei Franz Kostenzer, Alp­bachtaler Heumilchkäserei, die Aussteller Mex Keramik und Susanne Pfisters Kräuterhüttl sowie zwei Gastbäcker. Auch die Bundesmusikkapelle Achenkirch, Bürgermeister Karl Moser und VBM Aloisia Rieser marschierten auf.

Alexander Adler (39) führt die Bäckerei in der vierten Generation. Wie können Bäckereibetriebe angesichts der wachsenden Konkurrenz im Einzelhandel bestehen? „Durch Qualität", lautet seine Antwort. „Bei uns Bäckern wird nicht nur frisch gebacken, auch die Zutaten sind frisch zubereitet und keine monatelang eingefrorenen Teiglinge", erklärt Adler, der vor 23 Jahren seine Bäckerlehre startete und seit 17 Jahren Bäckermeister ist — und jetzt auch Buchautor. Er hat ein Backbuch mit einfachen, großteils alten Rezepten zum Nachbacken veröffentlicht. „Das Schwarzbrot hat schon mein Urgroßvater so gebacken."

Wie Bäckerbrot ohne Konservierungsstoffe lange saftig bleibt, ohne zu schimmeln? „Man sollte es ohne Zugluft, aber nicht luftdicht lagern. Dafür eignet sich etwa ein Römertopf, weil der Stein atmet", sagt Adler. (ad)