Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 03.09.2018


Bezirk Reutte

Projekt in Lermoos sorgt für Erleichterung

Beim Zusammenfluss von Loisach und Lussbach soll ein barrierefreies öffentliches WC entstehen.

© PaschingerBeim Abschlag für Loch 6, beim Zusammenfluss von Loisach und Lussbach, soll das barrierefreie öffentliche WC entstehen.Foto: Paschinger



Lermoos, Ehrwald, Biberwier – Für Erleichterung in mehrfacher Hinsicht sollte das neueste Projekt im Zugspitztalkessel sorgen: Mitten im Moos auf Lermooser Gemeindegebiet bei der Loisachbrücke, am Zusammenfluss von Loisach und Lussbach, soll nämlich in den nächsten Wochen ein öffentliches WC entstehen. Dieses diene nicht nur den Spaziergängern und Radfahrern, sondern natürlich Einheimischen wie Gästen, Golfern und auch den Langläufern im Winter, zeichnet etwa TVB-Vorstandsmitglied Franz Dengg den breiten Kreis der künftigen Nutzer.

Als Bauherr tritt die Golfgesellschaft auf; die Gemeinden Lermoos, Ehrwald und Biberwier sowie der TVB Tiroler Zugspitz Arena (ZZA) teilen sich den „Bauzuschuss“ je zur Hälfte. Immerhin steht das seit Wochen ausgepflockte Geviert im Eigentum der Wassergenossenschaft Ehrwald-Lermoos-Biberwier und ist auch als Sonderfläche Golfplatz gewidmet.

Es ist keine Kleinigkeit, die dort, am Abschlag des sechsten Golfloches, investiert wird: Nicht weniger als 128.500 Euro waren die geschätzten Kosten – „die Ausschreibung erfolgt erst in dieser Woche“, so der Obmann der TZA, Thomas Schennach. Bereits in der Vorwoche wurde die notwendige Erschließung mit Wasser, Kanal und Kabeln durchgeführt. Hier kamen die Arbeiten am Ehrwalder Gasanschluss durch das Moos zugute: „Es wurde unter dem Lussbach durchgebohrt“, erläutert Schennach.

Neben der Ausschreibung steht nun als Nächstes die Bauverhandlung an. Diese hat der Lermooser Bürgermeister Stefan Lagg durchzuführen. „Ich warte auf die Unterlagen“, meinte er dazu noch in der Vorwoche. Für den Ehrwalder Dorfchef Martin Hohenegg ist die Sache ebenfalls schon gelaufen: Der Gemeinderat war dafür.

Im Juli war das WC auch Thema bei der Gemeinderatssitzung in Biberwier. Auch dort sprach man sich für die Kostenaufteilung aus.

Dabei gab es allerdings schon im Vorfeld eine Anfrage aus den Gemeindestuben von Ehrwald und Lermoos an die Gemeinde Biberwier: Man würde vom dortigen Gemeindeanteil absehen, wenn dafür die Ehrwalder und Lermooser wieder freie Zufahrt zum Blindsee (derzeit Mautschranken mit 4 Euro) erhielten. Diese Vermengung der beiden Themen lehnte aber nicht nur das Biberwierer Gemeindeparlament ab. Auch Dengg ist der Meinung, „dass vorher das WC- und das Müllproblem beim Blindsee gelöst werden“ müssten. Und im Biberwierer Sitzungsprotokoll ist dazu nachzulesen: „Es sollen Angebote (aktueller Schranken hat nur eingeschränkte Kapazität) bezüglich eines neuen Schrankensystems eingeholt werden. Nach Vorliegen dieser Angebote sollen Gespräche für die Zusammenarbeit Blindsee mit der TZA sowie den Bürgermeistern aus den Gemeinden Ehrwald und Lermoos geführt werden.“ (pascal)