Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 05.09.2018


Innsbruck

Innsbruck-Card will die Grenzen überschreiten

Der Innsbruck Tourismus will die Aufenthaltsdauer der Urlauber erhöhen. Die eigene Buchungsplattform wird demnächst eingestellt.

© Innsbruck TourismusInnsbruck will sich als „Basislager“ für Urlauber positionieren, die auch Attraktionen im Umland besuchen wollen.Foto: Innsbruck Tourismus/Christian Vorhofer



Innsbruck – Eine Marke. Mehr Gäste. Längere Aufenthaltsdauer. Verkürzt dargestellt ist das die Formel, mit der der Innsbruck Tourismus in den kommenden Jahren erfolgreich sein will. Die alte Einteilung „Innsbruck und seine Feriendörfer“ gehört bald vollständig der Vergangenheit an. Künftig steht Innsbruck als eine der „stärksten touristischen Marken Tirols“ im Mittelpunkt, wie Direktorin Karin Seiler-Lall erklärt. Nachsatz: „Bei einer Auswertung der Google-Suche zeigt sich sogar, dass Innsbruck noch vor Tirol liegt.“

Im vergangenen Tourismusjahr verzeichnete Innsbruck Tourismus 3,2 Mio. Nächtigungen und damit ein Plus von 4,6 Prozent. Auch im aktuellen Jahr konnte das letztjährige Ergebnis, bis Juli gerechnet, bei den Nächtigungen um 5,2 Prozent gesteigert werden – ebenfalls leicht erhöht hat sich die Aufenthaltsdauer. Die liegt derzeit bei durchschnittlich 2,1 Tagen. Hier will man sich aber steigern – zumindest 2,5 Tage sind das mittelfristige Ziel.

Vorstandsmitglied August Penz spricht bei den Beherbergungsbetrieben von einer 70-prozentigen Auslastung. „Das heißt, dass wir an 255 Tagen voll sind. Aber auch an 110 Tagen leer.“ Die Gäste würden Teil der Stadt sein wollen, deshalb gelte es, Angebote zu schaffen, die den Gast dazu bewegen, länger in Innsbruck bzw. den umliegenden Gemeinden zu bleiben.

Mit einer neuen Gästekarte „Innsbruck Card Unlimited“ soll das gelingen. Und hier fasst man auch Attraktionen ins Auge, die sich im Umkreis von zwei Autostunden von der Landeshauptstadt entfernt befinden. Das Bond-Museum, Achensee, Tirols Gletscher, aber auch die Königsschlösser (diese vor allem für Gäste aus Übersee) könnten darin einfließen. Die Gespräche dazu laufen. „Wir wollen die Card im Frühjahr auflegen und sie soll nicht an eine Nächtigung gebunden sein“, sagt Seiler-Lall. Wie viel die Karte dann kosten werde, hänge davon ab, welche Attraktionen tatsächlich teilnehmen. Das Interesse sei jedenfalls da.

Bei den Internetbuchungen läutet der Innsbruck Tourismus das Ende der eigenen Buchungsplattform ein. „Mit dem Relaunch unserer Website werden Individualbuchungen daher künftig in Zuammenarbeit mit dem Branchenführer Booking.com abgewickelt“, sagt Seiler-Lall. Von der eigenen Plattform seien bisher nur knapp ein Prozent aller Buchungen gekommen. Seit die Mittelgebirgsgemeinden unter „Innsbruck“ auf Booking.com laufen, hätten sich deren Buchungszahlen dort verdoppelt. (mw)