Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 06.09.2018


Bezirk Landeck

Regionale Note im Nachfragehoch

Zammer Handelshaus hat bisher 250 Produkte gelistet, gemeinsame Dachmarke ist geplant.

© WenzelThomas Walser und Julia Spöttl zeigen eine Auswahl an Spezialitäten, die ihren Ursprung im Oberland haben bzw. dort erzeugt werden.Foto: Wenzel



Zams – Noch ist es ein kleines, aber feines Sortiment im großen Zammer Handelshaus Grissemann: Almkäse aus dem Paznaun und Stanzertal, Almrosenhonig aus dem Verwall, Marmeladen aus der Kaunergratregion, Eier aus Faggen, Speiseeis aus Nauders oder Fleischspezialitäten von Oberländer Rindern und Kälbern – in Summe rund 250 Produkte. Immer mehr Konsumenten greifen zu. „Das Bewusstsein für gesunde regionale Lebensmittel steigt Hand in Hand mit der Nachfrage“, wissen Geschäftsführer Thomas Walser und Julia Spöttl, Koordinatorin für das regionale Sortiment.

„Unsere Drehscheibe ist seit eineinhalb Jahren aktiv“, resümiert Walser, „die Produzenten unterstützen wir zum Beispiel bei der Logistik, Auszeichnung und Vermarktung. Von den Oberländer Produzenten würde er sich etwas mehr Mut wünschen, Neues auszuprobieren.

In der täglichen Zusammenarbeit mit den Produzenten habe man gesehen, „dass es sehr aufwändig ist, Produktnamen zu finden und Etiketten zu gestalten. Daher möchten wir das Sortiment noch im Herbst unter einer einheitlichen Dachmarke zusammenfassen.“

Zum geplanten „Schweineprojekt“ sagte Walser: „Es ist gar nicht leicht, Bauern in der Region zu finden, die Schweine halten möchten. Inzwischen haben wir aber einige gefunden.“ Hingegen werden bis zu 400 Rinder und Kälber jährlich im eigenen EU-Schlachthof verarbeitet. Das Fleisch „ruht“ 20 Tage zur Reifung, wie Fleischsommelier Reinhard Amon erläuterte. In der Gastronomie gefragte Produkte wie „Dry Aged Beef“ kommen aus der Region Oberland „und nicht aus Argentinien“.

Im Haus werde ein „ganzjähriger „Apfelschwerpunkt“ entwickelt, wie Marketing-Leiterin Bettina Flossmann schilderte. Aktuell sind die Regale mit Früchten aus Tirol, Südtirol und der Bodenseeregion bestückt. Zudem würden alte Apfelsorten gelistet.

Das Haus zählt 34 Lehrlinge. Einer davon macht die Ausbildung zum E-Commerce-Kaufmann, die es erst seit heuer gibt. „Das Online-Geschäft ist im Vormarsch, vor allem bei den Gastronomie-Kunden“, sagte Walser. (hwe)