Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 08.09.2018


Exklusiv

Thönis „Digitale Aluwelten“ entstehen in Pfaffenhofen

Die Telfer Thöni-Gruppe baut in Pfaffenhofen nicht nur ein neues Werk um 70 Mio. Euro, sondern entwickelt dort auch die „Aluwelten“ weiter.

© ThöniAm neuen Betriebsstandort in Pfaffenhofen will die Thöni-Gruppe auch ein visionäres Ausrufezeichen setzen.Foto: Thöni Industriebetriebe GmbH.



Pfaffenhofen – Es ist ein Bekenntnis zum Standort Tirol und die größte Einzelinvestition der 1964 von Arthur Thöni gegründeten Industriegruppe. In Pfaffenhofen errichtet Thöni eine neue Werkshalle um 70 Millionen Euro und schafft 150 Arbeitsplätze. Ab 2019 werden am neuen Produktionsstandort unter anderem Teile für die Automobilbranche gefertigt. Die Telfer Firmengruppe möchte in Pfaffenhofen aber nicht nur ihre Wettbewerbsposition und die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens mit neuen automobilen Konzepten (z. B. E-Mobilität) im „Leichtbau“ deutlich stärken, sondern ein weiteres Ausrufezeichen setzen: und zwar mit den „Digitalen Aluwelten“. Diese beschäftigten zuletzt auch die Tiroler Landesregierung bei ihrer Regierungsklausur am Mittwoch und Donnerstag in Osttirol. Schließlich benötigt Thöni für seine neuen Aluwelten eine geeignete Fläche.

Durch das Straßenprojekt und den Kreisverkehr im Westen von Pfaffenhofen wurde im Jahre 2014 in Abstimmung mit der Gemeinde Pfaffenhofen ein Gewerbegebiet „West neu“ geschaffen. Die von der Landesstraßenverwaltung nicht mehr benötigten Teilflächen können deshalb veräußert werden und wurden bereits zur Erweiterung bzw. Betriebsansiedelung an die Firmen Höpperger, Waldhart, Achleitner und Autopark verkauft. Jetzt stand ein Grundstück im Ausmaß von 11.471 Quadratmetern zum Verkauf an.

Vom Justiziariat des Landes wurde eine öffentliche Interessentensuche durchgeführt. Neben der Firma Thöni hat auch der ARBÖ mitgeboten und letztlich mit einem Quadratmeterpreis von 135 Euro ein um 7,5 Euro/m² höheres Offert gelegt. Keines der Angebote erreichte jedoch den Schätzwert von 140 Euro/m². Die Landesregierung argumentierte schlussendlich den Zuschlag an den zweitbesten Bieter, also an Thöni, damit, dass dessen Projekt sich aus Sicht der öffentlichen Interessen besser für diesen Standort eigne – Besucher- und Informationszentrum für den Gesamtstandort anstelle der Verlegung eines ARBÖ-Stützpunkts. Thönis Angebot wurde außerdem als durchaus marktgerecht bezeichnet.

Die bestehenden „Aluwelten“ am Standort in Telfs mit der Thöni-Akademie, die seit Jahren einen Überblick über die Entdeckung und Herstellung von Aluminium, über die Verarbeitung bis hin zu den unterschiedlichsten Anwendungsmöglichkeiten, bieten, werden jetzt in Pfaffenhofen unter dem Titel „Digitale Aluwelten“ neu errichtet. Sie sollen als Leuchtturmprojekt und Zukunftsvision mit modernen Ausstellungs- und Präsentationsflächen eine konsequente Fortsetzung des bisherigen Info-Zentrums sein. (pn)