Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 08.09.2018


Bezirk Landeck

Standing Ovations bei Seilbahner-Abschied in Ischgl

© WenzelDer über Tirol hinaus anerkannte Seilbahner Hannes Parth (M.) verabschiedete sich gestern vor versammelten Aktionären der Silvretta Seilbahn AG. Die Vorstände Markus Walser (l.) und Günther Zangerl dankten ihm.



Ischgl – Seine Berufsentscheidung, die er 1982 traf, erwies sich als goldrichtig. Das hat der Ischgler Seilbahn-Vorstand Hannes Parth gestern vor versammelten Aktionären verraten. „Der Seilbahner-Job ist der schönste, den man haben kann.“ Eigentlich habe er Steuerberater in Bregenz werden wollen. „Aber am Bodensee war Nebel und ich bekam Zweifel.“ Zurück in Ischgl habe er ein Inserat entdeckt: Büroleiter bei der Silvretta-Seilbahn (SSAG) gesucht. Parth stieg unter wenig lustigen Rahmenbedingungen ein, die vier damaligen Vorstände hätten oft gestritten. Doch rasch kletterte er die Karriereleiter hinauf, 1987 wurde er zum Vorstand bestellt. Er erwies sich als Vollblut-Seilbahner und guter Verhandler, der auch vor hohen Hürden nicht das Handtuch warf, etwa beim Piz-Val-Gronda-Lift. „Dieses Projekt hat mir graue Haare beschert.“ Jetzt bleibt der 62-Jährige noch bis Jahresende im Unternehmen. Danach sind Neo-Vorstand Günther Zangerl und sein arrivierter Kollege Markus Walser alleine in der Chefetage.

In der Ära Parth ging die Erfolgskurve steil nach oben. Im Ranking der weltbesten Seilbahnunternehmen mischt die SSAG an vorderster Stelle mit. Der Umsatz liegt bei 80 Mio. Euro (Geschäftsjahr 2017), das EGT bei 24 Mio. Euro. Der Jahresgewinn von 18,7 Mio. Euro fließt auf das Rücklagenkonto, Dividenden wurden und werden nicht ausgeschüttet.

Die letzte SSAG-Hauptversammlung mit dem weit über Tirol hinaus anerkannten Experten Hannes Parth ging nicht emotionslos über die Bühne. Aktionäre und Mitarbeiter erhoben sich zu Standing Ovations, TVB-Obmann Alfons Parth dankte ebenso wie AR-Chef Jürgen Kurz und BM Werner Kurz. (hwe)