Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 11.09.2018


Bezirk Landeck

Ischgler Seilbahn-Motor läuft auf vollen Touren

Seit 1982 investierte die Silvretta Seilbahn AG rund 707 Mio. Euro.

Der größte Arbeitgeber im Paznaun bietet durchschnittlich 355 Jobs.

© WenzelDie Dreiseilumlaufbahn auf den Pardatschgrat zeichnet sich durch hohe Windstabilität aus.Foto: TVB Paznaun-Ischgl



Von Helmut Wenzel

Ischgl – Es war die letzte Hauptversammlung der Silvretta Seilbahn AG (SSAG) im Beisein von Vorstand Hannes Parth – die TT berichtete. Die im „Pardorama“ versammelten Aktionäre sahen eine Präsentation mit beeindruckenden Zahlen und Fakten.

Die „Hammer-Zahl“ gleich vorweg: 10.000,000.000 ATS. In Worten: zehn Milliarden Schilling. Umgerechnet sind es 707 Mio. Euro. Diese (valorisierte) Summe hat das Unternehmen in den vergangenen 36 Jahren – in der Ära Parth – investiert. Das stellte Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Kurz in Würdigung des scheidenden Vorstandes Hannes Parth fest. Regionale Handwerksbetriebe und die Bauwirtschaft profitierten ebenso wie der Lebensmittelhandel und die Bauern. „Der Hannes ist zweimal zum Seilbahner des Jahres gekürt worden“, erinnerte Kurz.

In der Bilanz zum Geschäftsjahr 2017 steht fast überall ein Plus vor den Kennziffern. Etwa beim Jahresgewinn, der von 14,3 Mio. Euro im Jahr 2013 auf 18,7 im Vorjahr kletterte. Der Gesamtumsatz ist in diesem Zeitraum von 68,2 auf 80 Mio. Euro gestiegen. Restaurant-Leiter Harald Seidler konnte ebenfalls zulegen: Der Umsatz in den sechs Seilbahn-Restaurants liegt bei 16,6 Mio. Euro, ein Plus von 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Sorgenkind bleibt allerdings das in die Jahre gekommene Silvrettacenter. Einnahmen von 491.000 Euro standen zuletzt Ausgaben von 790.000 Euro gegenüber.

Trotzdem ist das Seilbahn-Unternehmen schuldenfrei und finanziert seine Investitionen aus eigener Ertragskraft. Die SSAG ist größter Arbeitgeber im Paznaun, durchschnittlich werden 355 Mitarbeiter beschäftigt.

Wiederholt darf sich das SSAG-Team über Auszeichnungen freuen. Zuletzt etwa über den „Snow Plaza Award 2018“. Parth fand kritische Anmerkungen zur „Award-Inflation“: „Manche Skigebiete erfinden einen Award, um sich diesen dann selbst zu verleihen.“ Mit der jüngsten Konzert-Bilanz zeigten sich die Seilbahner zufrieden: Helene Fischer begeisterte 26.000 Fans, 20.000 erlebten Andrea Berg, Zucchero trat vor 17.000 Besuchern auf.