Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 04.10.2018


Standort Tirol

Pfeifer Group mit Ausbau in Tirol und Umsatzsprung

Das Holzunternehmen Pfeifer Group investiert zum 70-Jahr-Jubiläum insgesamt 45 Mio. Euro in die Standorte Imst und Kundl.

© Pfeifer GroupMichael Pfeifer (leitet die Gruppe mit Ewald Franzoi und Clemens Pfeifer) in einer Produktionshalle.



Imst – Im Jahr 1948 hatte Barbara Pfeifer ein kleines Lohnschnitt-Sägewerk in Imst gegründet, in den seither vergangenen 70 Jahren hat sich das Familienunternehmen unter Oskar, Fritz und Bernhard Pfeifer und nunmehr unter der jetzigen Führung zu einem großen Akteur der europäischen Holzindustrie entwickelt.

Nach mehreren Expansionsschritten verfügt die Gruppe heute neben den zwei Tiroler Standorten in Imst und Kundl über sechs weitere Werke – vier in Deutschland und zwei in Tschechien. Die Gruppe beschäftigt gut 2000 Mitarbeiter, davon 530 in Imst und 200 in Kundl, sagt Unternehmens-Chef Michael Pfeifer. „Im Bezirk Imst sind wir der größte Arbeitgeber.“

Im Jubiläumsjahr ist die Gruppe weiter im Vorwärtsgang. Der Umsatz dürfte heuer von 650 auf 720 Mio. Euro steigen. „Was seit der Gründung immer unverändert geblieben ist, das ist unsere Leidenschaft für Holz“, sagt Pfeifer. Insgesamt 3,8 Mio. Festmeter Rundholz werden im Jahr in den Pfeifer-Sägewerken etwa zu Schnittholz, Massivholzplatten, Konstruktionsvollholz, Schalungsplatten und -trägern, Palettenklötzen oder Holzpellets und -briketts verarbeitet. In etlichen Bereichen sei man europäischer Marktführer oder unter den Top 3 bis 5 zu finden, so Pfeifer. Ab 2019 werde man auch Brettsperrholz produzieren.

Man habe eine 100-Prozent-Wertschöpfung durch die komplette Nutzung aller Reststoffe wie Hackschnitzel, Rinde oder Sägespäne für Brennmittel (Pfeifer ist Österreichs größter Pellets-Produzent) und die Energiegewinnung. Laut Pfeifer produziert Pfeifer in den Werken jährlich 295.000 Megawattstunden Ökostrom. Großen Wert lege das Unternehmen auch auf Holzkäufe aus zertifizierten Wäldern aus der Region.

Hauptmärkte seien Deutschland, Österreich, die Schweiz, Italien, Frankreich und Spanien. „Wir liefern heute in über 90 Länder weltweit, fest verwurzelt sind und bleiben wir aber in Tirol.“ Umso mehr freue man sich auch über die kürzlich erfolgte Verleihung des Tiroler Landeswappens, sagt Pfeifer. In Imst und Kundl werden heuer 45 Mio. Euro in teils neue Produktionen und Bürogebäude investiert. In Imst wurde eine neue Lagerhalle errichtet, im Winter erfolgt der Spatenstich für die Erweiterung der Firmenzentrale. In Kundl werden 10 Mio. Euro in eine neue Sägewerkstechnik sowie ein Verwaltungsgebäude mit Versand- und Logistikzentrale investiert. Dadurch werde auch der Personalstand weiter ansteigen. Für Pfeifer ist allerdings die Suche nach genügend Fachkräften ein immer anspruchsvolleres Problem, in Europa fehlten auch sehr viele Lkw-Fahrer. Die Pfeifer Group transportiere mittlerweile nur noch zu 50 Prozent mit dem Lkw, 35 Prozent per Bahn und 15 Prozent per Schiff nach Übersee. Die in Österreich viel diskutierten flexibleren Arbeitszeiten (Stichwort 12-Stunden-Tag) seien bei Pfeifer wegen des Schichtbetriebs kein Thema.




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