Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 25.10.2018


Bezirk Schwaz

Achenseebahn zieht Ruß dem Feinstaub vor

Mit Dampfloks, die mit Heizöl statt Kohle betrieben werden, haben Zillertal- und Schafbergbahn schlechte Erfahrungen gemacht: zu teuer und wartungsintensiv.

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© Dähling



Von Angela Dähling

Jenbach – „Wir haben nie eine Dampflok der Zillertalbahn umgebaut. Unsere Feuerungen funktionieren.“ Das sagt Roger Waller, Geschäftsführer der Schweizer Firma DLM. Achenseebahn-GF Georg Fuchshuber hatte, wie berichtet, zum Vorschlag von Anrainern, die kohlebefeuerte Achenseebahn-Loks auf Leichtöl-Antrieb durch DLM umzurüsten, um dem Funkenflug und rußigem Rauch ein Ende zu setzen, erklärt, das sei bei der Zillertalbahn fehlgeschlagen.

Die TT fragte bei Zillertalbahn-Vorstand Helmut Schreiner nach. „Es stimmt, wir haben 2010 die Lok Nr. 5 versuchsweise von Kohlebeheizung auf Ölbefeuerung umgebaut. Allerdings in Eigenregie. Es gibt sicher Fachfirmen, die das besser können“, sagt er. Dabei habe sich jedenfalls herausgestellt, dass der Wirkungsgrad von Diesel bzw. Leichtöl bei Dampflokomotiven deutlich schlechter als jener von Kohle sei. „Es braucht relativ viel Öl im Vergleich zu Kohle“, sagt Schreiner. Deshalb habe die Zillertalbahn dieses Projekt dann auch nicht weiterverfolgt. Laut Georg Fuchshuber spricht für die Beibehaltung der Kohlebefeuerung auch, dass dabei im Gegensatz zu Diesel oder Leichtöl praktisch keine Feinstäube entstehen. „Es ist korrekt, dass bei Dampflokomotiven mit Kohlebefeuerung sehr wenig Feinstaubpartikel entstehen. Das liegt am Verbrennungsvorgang. Dafür gibt es aber sehr viele Grobpartikel – vor allem Ruß –, die ausgestoßen werden“, erklärt Helmut Schreiner.

Die Schafbergbahn in St. Wolfgang kaufte 1995 vier neue Loks mit Leichtölbefeuerung der Firma DLM. „Die Ausfallshäufigkeit ist hoch, sie sind wartungsintensiv und haben einen hohen Verbrauch: nämlich 140 Liter Heizöl pro Berg- und Talfahrt“, sagt Schafbergbahn-GF Mario Mischelin. Die Loks würden daher seit 2010 sukzessive gegen Dieselloks ausgetauscht werden, erklärt Mischelin.