Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 30.10.2018


Wertestudie

Work-Life-Balance wird wichtiger

Die Balance von Berufs- und Privatleben ist den Österreichern immer wichtiger. Das ist das Ergebnis des zweiten Teils der „Europäischen Wertestudie“.

© iStockDie Balance von Arbeits- und Privatleben wird immer wichtiger.



Wien – Die Balance von Berufs- und Privatleben ist den Österreichern immer wichtiger. Das ist das Ergebnis des zweiten Teils der „Europäischen Wertestudie“, die von der Universität Wien erhoben und veröffentlicht wurde. Arbeit verliert demnach gegenüber anderen Lebensbereichen ihre zentrale Bedeutung.

Gegenüber 2005 gab es im Jahr 2017 um 400.000 Arbeitsplätze mehr, zudem hat die Erwerbsbeteiligung von Frauen stark zugenommen (1985: 51 Prozent – 2017: 72 Prozent). Vor diesem strukturellen Hintergrund änderte sich die Einstellung der Österreicher zu Arbeit und Beruf. Arbeit verlor gegenüber anderen Lebensbereichen ihre zentrale Bedeutung (sehr wichtig 1990: 62 Prozent – 2018: 48 Prozent). Gleichzeitig verschwimmen die Grenzen von Arbeit, Freizeit und Familienzeit. 2018 lehnen beinahe 70 Prozent der Befragten die Aussage ab, dass es die Aufgabe des Mannes sei, Geld zu verdienen, und jene der Frauen, sich um die Familie zu kümmern.

Allerdings sinkt zwar die Zustimmung zur Aussage, dass „ein Kleinkind wahrscheinlich darunter leidet, wenn die Mutter berufstätig ist“ im Zeitvergleich markant, dennoch stimmen ihr heute noch die Hälfte der Österreicher zu (1990: 83 Prozent – 2018: 53 Prozent). (APA)