Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 31.10.2018


Bezirk Imst

Nassereith wächst und baut

Aufbruchstimmung in der Fernpassgemeinde: Gemeindehaus und Bauhof werden gerade fertig, Recyclinghof und Hallenbadnachnutzung werden 2019 angegangen.

© PaschingerDer Gemeindebauhof wird gerade fertig gestellt, im kommenden Jahr soll der Recyclinghof neu gebaut und überdacht werden.



Von Alexander Paschinger

Nassereith – Bestens gelaunt und mit Zahlen munitioniert legte der Nassereither Bürgermeister Herbert Kröll kürzlich in der Gemeindeversammlung Bilanz. Immerhin konnte er über die ereignisreichen Jahre 2017 und 2018 in der Fernpassgemeinde berichten und eine Vorschau auf 2019 präsentieren, die von großen Projekten strotzt.

Die augenscheinlichsten und wohl auch kostenintensivsten Maßnahmen, welche die Gemeinde in den vergangenen Jahren beschäftigten, sind bereits fertig oder kurz vor der Fertigstellung: Das neue Gemeindeamt kostete in Summe 900.000 Euro. Am Gemeindebauhof wird noch gearbeitet, insgesamt wird er 850.000 Euro kosten. 2017 waren es 1,35 Mio. Euro, heuer werden es 1,64 Mio. Euro sein, „die wir aus dem ordentlichen Haushalt investieren – also ohne einen Kredit aufzunehmen“, betonte der Dorfchef stolz. Gleichzeitig sanken die Schulden bei einem rund Sechs-Millionen-Budget von 2,4 auf 2,2 Millionen Euro.

Ein großes Zukunftsprojekt betrifft die Nachnutzung des Hallenbades, wofür es schon Ansätze gibt.
- Paschinger

In der Vorausschau 2019 legt Kröll einen Schwerpunkt auf Lebensqualität: Ideen wie Plastikgeschirr-Verzicht bei Festen, Solarförderung, Hilfe beim Tausch alter Elektrogeräte oder das Kleinkraftwerk St. Wendelin (rund 650.000 €) sollten Nassereith als e5-Gemeinde voranbringen. Nach der Fasnacht im Februar wird auch ein Bürgerbeteiligungsverfahren in der Dorfkerngestaltung und -belebung Akzente setzen. Einen Nebenaspekt betont Kröll: Die Bevölkerung von Nassereith wächst wieder – seit 2016 von 2160 auf 2312 Personen. Weshalb Kröll auch Wert auf die Siedlungserweiterung in St. Wendelin (acht der elf Bauplätze sind verkauft, zwei weitere reserviert) legt und auch den Baustart der ersten 24 von 48 geplanten Wohnungen durch den Wohnbauträger GHS für 2019 ankündigt.

Doch auch bei den großen Bauprojekten lässt die Gemeinde nicht locker. So steht im kommenden Jahr die Gestaltung des Recyclinghofes an – der wird überdacht und sollte 800.000 Euro kosten. Auch die Nachnutzung des Hallenbad-Areals steht 2019 auf der Agenda des Bürgermeisters. Und dann gibt es auch große Pläne wie die 1,8 Millionen Euro teure Revitalisierung im Gurgltal und die Fertigstellung des Radweges, die Nassereith betreffen.

Fertig gestellt und voll in Betrieb ist hingegen das neue Gemeindeamt im neu zu gestaltenden Nassereither Dorfkern.
- Paschinger