Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 02.11.2018


Bezirk Kufstein

TVB Wildschönau setzt auf Natur und rasanten Spaß

Um knapp vier Millionen Euro soll in Oberau ein Alpine Coaster und Freizeitpark entstehen. Der TVB nimmt dazu viel Geld in die Hand.

© SilberbergerTVB-Chef Michael Unger am Riedlhang über Oberau: Hier soll ein Alpine Coaster den Grundstein für ein neues Freizeiterlebnis in der Wildchönau legen.Foto: Silberberger



Wildschönau – Rodelspaß das ganze Jahr hindurch – das soll künftig im Hochtal Wildschön­au möglich sein. Die Lösung dazu bietet ein schienengeführter Alpine Coaster, der eventuell schon bereits im kommenden Jahr eröffnet werden könnte. Vier Millionen Euro soll die Bahn samt einer angeschlossenen Freizeitanlage kosten.

Der Tourismusverband schießt 2,6 Mio. Euro zu (samt Anteil des Landes) und die Gemeinde Wildschönau 600.000 Euro. Weitere 800.000 Euro sollen von derzeit noch nicht genannten Investoren kommen.

Eine Freizeiteinrichung am Riedlhang ist schon lange der Wunsch von Tourismusverbands-Obmann Michael Unger. Mehr als 20 Jahre wird über die Nutzung des Geländes für den Gemeindeteil Oberau diskutiert.

Der Hang wurde seinerzeit sogar von der FIS als Slalom-Rennstrecke für Damen und Herren homologiert, also zugelassen, doch eine weitere Entwicklung gab es nicht. Nach dem Abriss des Schleppliftes wurde es um den beliebten Skihang ruhig.

In einem TT-Interview im November des Vorjahres stellte Unger die Pläne für das Gebiet vor: Neben dem Alpine Coaster mit 1,5 Kilometern Länge schwebte ihm ein seichter Spielsee, eine Gokart-Strecke sowie ein Adventure-Golf und eine Kunsteisbahn vor. Dieses alternative Angebot zum Naturerlebnis in der Wildschönau sei heutzutage notwendig, um das Angebot für Gäste zu erhöhen. Wobei der Riedlhang einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Projekten habe, wie Unger sagte: „Man muss nicht zuvor mit einer Bergbahn nach oben fahren und die bezahlen. Man kann bei uns direkt hinfahren.“

Kurzfristig schien das Projekt gescheitert, da die Zustimmung von Grundbesitzern fehlte. „Wir haben die Anlage jetzt etwas verlegt und sind damit weniger betroffen“, erklärt Unger gegenüber der TT den Ausweg. Für den Betrieb soll eine eigene Gesellschaft gegründet werden.

Unger fliegt kommende Woche nach Orlando (USA) zu einer der größten Fachmesse für solche Freizeitanlagen, um neueste Erkenntnisse zu gewinnen.

Wenn alles nach Plan läuft, könnte im Frühjahr mit dem Bau begonnen werden, sagt Unger. Noch im Dezember wird der TVB einen Infoabend starten, an dem das Projekt in allen Einzelheiten präsentiert wird. (ts, wo)