Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 03.11.2018


Standort Tirol

Zillertaler Skigebiete wurden um 120 Mio. Euro aufgerüstet

18 Mio. Euro wurden in den Skigebietsanschluss am Schwendberg und 30 Mio. Euro in Gastronomie am Berg in Kaltenbach investiert.

© Mayrhofner BergbahnenMit der neuen Möslbahn wird das Skgebiet Penken auch von Schwendberg aus per Seilbahn erreichbar sein. Für die Realisierung mussten Ausgleichsflächen für Auerwild geschaffen werden.



Von Angela Dähling

Zillertal – 120,6 Millionen Euro investierten die Zillertaler Seilbahner heuer in ihre Skigebiete, rund 40 Millionen davon entfielen auf seilbahntechnische Einrichtungen und stellen damit den größten Ausgaben-Brocken dar. Größtes Projekt hier wiederum ist die neue Möslbahn am Schwendberg, die mit gut 18 Mio. Euro zu Buche schlägt.

Sie führt unweit von der Zillertaler Höhenstraße auf 1450 Metern Seehöhe mit einer Zwischenstation in das Skigebiet am Penken. Bis zu 2000 Personen sollen ab 15. Dezember stündlich in den 10er-Kabinen zur Bergstation im Bereich Gerent transportiert werden. Diskussionen über die neue Zubringerbahn auf Hippacher Gemeindegebiet gab es seit Jahren. „Unter den alten Seilbahngrundsätzen wäre ein solcher Skigebietsanschluss so nicht möglich gewesen, unter den aktuellen schon“, sagt Josef Reiter, Vorstand der Mayrhofner Bergbahnen. Rund 30.000 Gäste vom Schwendberg seien jährlich mit Bussen zur Horbergbahn transportiert worden. Als dann ein Teil der Bergstraße wegrutschte, folgte eine Tonnagebeschränkung. „Zuletzt sind wir mit 18-Sitzer-Bussen gefahren“, sagt Reiter. „Es gibt um die 1000 Gästebetten am Schwendberg, daher trauen wir uns über diese Investition drüber“, sagt Reiter. Er glaubt, dass das Projekt auch die bäuerliche Kleinstruktur am Schwendberg für die nächste Generation sichere – durch Zusatzeinkommen mittels Ferienwohnungen.

Auf Skibustransfers wird übrigens auch weiter gesetzt. „Wir schaffen nur 80 Parkplätze bei der neuen Bahn und werden dafür auch Parkgebühr verlangen“, sagt Reiter. „Denn Verkehrsfläche schafft Verkehr. Wenn wir 200 Parkplätze bauen, wären es auch zu wenig.“ Wobei die Gäste ohnehin gerne mit dem Skibus fahren, sagt Reiter. Auch das Problem mit dem Auerwild in dem bisher geschlossenen Waldgebiet habe man mit den Österreichischen Bundesforsten in Zusammenarbeit mit der Landesumweltanwaltschaft gelöst: Durch eine andere Beforstung wurden Ausgleichsflächen mit Lichtungen und Flugschneisen für die bedrohten Tiere geschaffen.

Neben der neuen Bahn kommen auch sechs Hektar neue Pistenfläche am Penken hinzu. 3,1 Mio. Euro wurden dafür investiert. Fast 4,9 Mio. Euro pumpten die Mayrhofner Bergbahnen in zusätzliche Beschneiung. Mit Ausgaben von ca. 13 Mio. für ihren neuen Speicherteich haben die Zeller Bergbahnen hier die Nase vorn. Die Schultz-Gruppe sticht aus der Investitions-Liste indes mit sagenhaften 30 Millionen Euro hervor, die sie heuer im Skigebiet Hochzillertal in gastronomische Einrichtungen investiert hat. Auch am Spieljoch hat sie mit 2,8 Mio. Euro den Großteil ihrer Ausgaben in die Gastronomie gesteckt. In Summe wurde mit 33,5 Mio. Euro die Gastronomie in den Zillertaler Skigebieten auf Vordermann gebracht, 23,5 Mio. Euro entfielen auf die Schneeerzeugung.

Wie zu erwarten, wird auch der Skipass wieder teurer. Der Tagespass kostet in Mayrhofen heuer 53,50 Euro (2017: 52 Euro), der 6-Tages-Pass fürs Zillertal stieg preislich von 249 Euro im Vorjahr auf 256,50 an.