Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 05.11.2018


Tirol

Tiwag produzierte trotz Hitze mehr Strom

Die Tiwag-Kraftwerke profitieren von der starken Gletscherschmelze durch den heißen Sommer.

© thomas boehmDie Gletscherschmelze sorgte im heißen Sommer für Wasser in den Stauseen.Foto: Böhm



Innsbruck – Der trockene Sommer und der ebenfalls regenarme Herbst haben sich in der Stromproduktion der Tiwag-Flusskraftwerke in Tirol niedergeschlagen. „Die Flüsse haben im trockenen Sommer natürlich weniger Wasser geführt und das hat zu einem Rückgang der Eigenstromproduktion beim Flusskraftwerk Imst um 10 Prozent und beim Flusskraftwerk Langkampfen um 13 Prozent geführt“, sagt Thomas Gasser, Vorstandsmitglied der Tiwag und der IKB. Dass sich die außergewöhnliche Trockenheit nicht negativ auf die gesamte Stromproduktion ausgewirkt hat, hat wiederum mit der Hitze zu tun.

Zwar waren die Zuflüsse aus den Gebirgsbächen im Hochsommer auch in die Speicherkraftwerke Kühtai und Kaunertal geringer, „aber die extrem hohen Temperaturen im Hochgebirge haben zu einer enormen Gletscherschmelze geführt, durch die die Speicherseen gut gefüllt wurden“, erklärt Gasser. Das Kraftwerk Kaunertal konnte seine Stromproduktion daher gegenüber dem Vorjahr um 14 Prozent steigern. Zudem hätten alle Kraftwerke „von den starken Schneefällen im letzten Winter profitiert, die sich im Frühjahr und im Frühsommer durch Zuflüsse über Plan ausgewirkt haben“, so Gasser. Ein Beispiel dafür ist das Kraftwerk Sill der IKB mit einer 13-prozentigen Steigerung in der Stromproduktion, „bedingt durch die großen Schneemengen, die in Richtung Brenner im vergangenen Winter gelegen sind. Durch die darauf folgende Schneeschmelze im Frühjahr hat die Sill deutlich mehr Wasser geführt als im Vorjahr.“

Bis Ende Oktober zeigt sich daher die Gesamtstrombilanz positiv, sie liegt ein Prozent über dem Vorjahr. Ein kleines „nicht dramatisches“ Minus (derzeit drei Prozent) gibt es bis dato in Osttirol – und „das, obwohl man meinen könnte, dass uns der Starkregen der letzten Tage viel gebracht hat. Aber das ist nicht so, wir mussten die Kraftwerke sogar abschalten, denn die Flüsse haben zu viel Geröll mittransportiert“, erklärt Gasser. (wa)