Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 07.11.2018


Bezirk Reutte

Doppelsessellift wird wieder zusammengeflickt

Kein Neubau der Marienbergbahn in Biberwier: Die alte Anlage wird um 300.000 Euro saniert, Bürgermeister und TVB sind enttäuscht.

© Bergbahnen Langes/KellerBis Weihnachten ist der Doppelsessellift wieder in Betrieb, wobei man glücklich ist, überhaupt die Firmen aufgetrieben zu haben. Der viel beschworene Neubau hätte einen Winterbetrieb unmöglich gemacht.Foto: Bergbahnen Langes



Von Alexander Paschinger

Biberwier – Noch vor Weihnachten soll sie wieder in Betrieb sein – die zweite Sektion der Marienbergbahn. Doch aus der großen Hoffnung, dass nach dem Brand vom 18. August ein Neubau in Angriff genommen werden könnte, wird nichts: Der alte Doppelsessellift der Langes Bergbahnen in Biberwier wird repariert. 250.000 Euro machte der Schaden aus – diese wurden von der Versicherung auch bereits ausbezahlt.

„Die Sanierung mit Kosten von rund 300.000 Euro, welche größtenteils von der Versicherung übernommen wird, ist derzeit für einen Winterbetrieb 18/19 die richtige Lösung“, erklärt der Geschäftsführer der Langes Bergbahnen, Ludwig Keller, die Entscheidung der Gesellschafter. Denn: „Hätte man einen Neubau angestrebt, wäre diesen Winter kein Betrieb möglich gewesen.“ Die seit Jahren in seiner Schublade liegende Variante einer 10er-Gondelbahn wäre wohl erst im April oder Mai 2019 fertig geworden. Und selbst das wäre nicht sicher. Denn „es ist auch schwer gewesen, jetzt Firmen zu bekommen, welche im derzeitigen Arbeitsstress noch einspringen konnten“, verweist er auf die aktuelle Sanierung.

Die Bauphase wird jetzt ebenfalls genutzt, um den Joch-Lift zu elektrifizieren. Bislang wurde der mit einem Dieselaggregat betrieben. Rund 150.000 Euro würden hier investiert, so Keller. Auch wenn er hier bekennt: „Normalerweise werden Schlepplifte durch Sessellifte ersetzt.“

„Frustriert“ zeigt sich in diesem Zusammenhang der Biberwierer Bürgermeister Paul Mascher. Er bemühte sich seit Langem um einen Termin mit den Gesellschaftern, „wurde aber auf den St. Nimmerleinstag vertröstet“. Auch Mascher hatte gehofft, dass der Brand zum Anlass genommen würde, den Neubau voranzutreiben. „Wir bekommen keine Infos“, so Mascher, „eine Enttäuschung ist es für die Tourismusbetriebe in Biberwier.“ Und dazu würden die Langes-Gesellschafter mit dem My-Tirol-Hotel und der Sunnalm „eigentlich auch gehören“.

„Wir haben unsere Stellungnahme abgegeben“, sagt TVB-Obmann Thomas Schennach. „Für Biberwier ist das schlecht – der Neubau wäre eine Chance gewesen.“ Letztlich sei die wirtschaftliche Entscheidung des Unternehmens zu akzeptieren.