Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 08.11.2018


Tiroler Wirtschaftsforum

Barbara Wittmann: Manager werden zu Marken

Auch Führungskräfte präsentieren sich zunehmend in sozialen Netzwerken wie LinkedIn.

© TT/Rudy De MoorBarbara Wittmann ist Geschäftsführerin von LinkedIn für die Region Deutschland, Österreich und Schweiz.



Innsbruck – Die „Marke“ ist im Kontext von Produkten und Dienstleistungen ein ständiges Thema. Dass heute, im Zuge der Digitalisierung, auch Führungskräfte von Unternehmen zur „Marke“ werden, eigentlich werden müssen, darüber referierte auf dem gestrigen Wirtschaftsforum Barbara Wittmann, Mitglied der Geschäftsführung des Business-Netzwerks LinkedIn für die Region Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Unternehmen müssten heute strategischer denken und arbeiten, um gefragte Mitarbeiter zu gewinnen. „Umfangreiche Befragungen, die wir gemacht haben, zeigen, wie genau sich heute potenzielle Arbeitnehmer und auch Studienabgänger über potenzielle Arbeitgeber informieren“, betonte Wittmann. Im Kern habe die Umfrage gezeigt, Unternehmen könnten aus einem weit größeren Talentpool schöpfen, würden sie rechtzeitig ihre „Employer Brands“ auf dem Arbeitsmarkt und bei potenziellen künftigen Mitarbeitern aufbauen, meint Wittmann. Schon deshalb sei es immens wichtig, dass sich auch die Führungskräfte eines Unternehmens auf Plattformen wie eben LinkedIn präsentieren. Dabei gebe es auch kein Richtig oder Falsch, was Wittmann anhand von einigen Beispielen demonstrierte.

Wichtig sei auch, Recruiting und Marketing zu verbinden. Denn die Arbeitgebermarke sei eng verbunden mit der Gesamtmarke. Daher könne auch das Marketing-Team helfen, die Botschaft an die richtige Zielgruppe zu bringen. Für welche Plattform man sich entscheide, hänge von vielen Faktoren ab. Schlussendlich gehe es für Führungskräfte darum, ein authentisches Gesicht ihres Unternehmens zu sein.

Die Umfrage von LinkedIn habe auch gezeigt, was – vor allem junge und jüngere – Arbeitnehmer motiviert, sich nach einem neuen Job umzusehen. Nummer eins sei schlechte Unternehmensführung bzw. -management mit 62 Prozent, gefolgt vom Wunsch nach einer besseren Vereinbarkeit mit den eigenen Interessen und Werten (53 Prozent). Erst auf Platz drei kommt mit 48 Prozent die Aussicht auf ein besseres Gehalt. (hu)