Letztes Update am Mi, 07.11.2018 07:58

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Standort Tirol

GE Jenbacher wird Innio: Investor stockt Jobs bei Gasmotoren auf

Innio Jenbacher statt GE-Jenbacher: Neo-Eigentümer Advent will beim Gasmotorenwerk in Jenbach investieren und den Mitarbeiterstand ausbauen.

© StrozziJenbacher Gasmotoren bleiben auch unter dem Neo-Eigentümer Advent und der Dachmarke Innio „eine Perle“, betont Carlos Lange.



Von Max Strozzi

Jenbach – Der Verkauf der Gasmotorenwerke GE Jenbacher durch den US-Mischkonzern General Electric an den US-Finanzinvestor Advent ist seit gestern über die Bühne gebracht. „In Rekordzeit von vier Monaten“, wie Carlos Lange, Präsident und CEO von Innio, der Gasmotorensparte von Advent, erklärt. Das große GE-Logo auf der grünen Fassade des Werks in Jenbach wurde abmontiert. Von nun an firmieren die Jenbacher Gasmotoren innerhalb der Advent-Gruppe unter der Dachmarke Innio. Wie Lange erklärt, bleibe aber der Name Jenbacher dennoch bestehen, schließlich seien die Tiroler Motoren, die aus Gas Strom herstellen, unter diesem Namen bekannt – künftig also Innio Jenbacher.

„Jenbacher ist und bleibt für uns eine Perle“, betonte der Firmenchef, der bereits in den vergangenen drei Jahren unter GE für Jenbach verantwortlich war. Seit Jahren sei die Gasmotorensparte stets im ein- bis zweistelligen Prozentbereich gewachsen. Unter dem neuen Eigentümer Advent wolle man den Wachstumskurs fortsetzen. In Jenbach wurde die gesamte Belegschaft übernommen, der Mitarbeiterstand soll zudem von derzeit mehr als 1600 Beschäftigten noch weiter aufgestockt werden. „Weltweit haben wir 250 offene Stellen, 120 davon in Jenbach“, so Lange. Auch werde in den Standort Jenbach weiter investiert, versprach der 47-Jährige, ohne genaue Summen zu nennen. In den vergangenen Jahren seien im Werk in Jenbach sowie am Standort im steirischen Kapfenberg rund 400 Mio. US-Dollar (350 Mio. Euro) investiert worden.

Heuer werde die Gasmotorensparte, zu der neben Jenbacher auch die Motoren des US-Herstellers Waukesha gehören, rund 1,5 Milliarden US-Dollar umsetzen, also umgerechnet rund 1,3 Milliarden Euro. Künftig erwartet der gebürtige Argentinier Lange ein Wachstum im „mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich“. Warum General Electric sich heuer für 3,2 Milliarden US-Dollar (2,8 Mrd. Euro) von der Gasmotorensparte getrennt habe, wenn die Zahlen so gut und die Zukunft vielversprechend sei? Das sei wohl eine „strategische Entscheidung“ gewesen, meint Lange.

Im Zuge der Energiewende rechnet sich Jenbacher jedenfalls große Chancen für seine Gasmotoren aus. Die zunehmende Abkehr von Kohlekraftwerken und eine Tendenz zu dezentraler Stromversorgung würden Jenbacher in die Hände spielen. Lange: „Wir sehen uns als Teil der Energiewende und sind für die Energiewende auch bestens aufgestellt.“